Geschossene Seehunde und Kompetenzstreitigkeiten zwischen Jägern und Tierärzten


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Foto by: robbenzentrum-foehr.de

 

Geschossene Seehunde und Kompetenzstreitigkeiten zwischen Jägern und Tierärzten

sorgen derzeit für neue Aufregung:

Wie bereits berichtet http://www.fnp.de/special-haustiere/kirstentoennies/art49986,1984566 kommt es auf der Urlaubsinsel Föhr wiederholt zu Streitigkeiten, weil die dort ansässige Tierärztin Janine Bahr van Gemmert eine auf Seehunde und andere Robben spezialisierte Wildtierauffangstation betreibt. Wärend alle sonstigen Robben vom Jagdrecht ausgenommen sind, unterliegen die Seehunde immer noch dem Jagdrecht. Sie sind zwar wegen der bedrohten Bestände ganzjährig geschont, trotzdem dürfen sie in dem Falle, dass ein Jäger eine Rettung eines gefundenen Tieres für aussichtslos hält, geschossen werden.

 

 

Foto by: robbenzentrum-foehr.de

 

Die Streitfrage ist: wie kompetent sind Jäger darin zu beurteilen, ob einem Tier geholfen werden kann? Denn entgegen dem praktischen Vorgehen, dass die Jäger sehr viele Robben schießen, sieht sogar das Bundesjagdgesetz vor, dass den Tieren geholfen wird, anstatt sie zu töten, wenn es denn möglich ist. So heißt es im  § 22a :

Verhinderung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes 
(1) Um krankgeschossenes Wild vor vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zu bewahren, ist dieses unverzüglich zu erlegen; das gleiche gilt für schwerkrankes Wild, es sei denn, daß es genügt und möglich ist, es zu fangen und zu versorgen.

„Es sei denn, dass es möglich ist“  bedeutet, dass das Töten des Tieres nur erfolgen kann/soll/darf, wenn eine Heilung aussichtslos erscheint. Wer aber beurteilt das im Falle eines Falles? Die Jäger, wenn sie vor Ort sind. Da das Thema heikel ist, haben Seehundjäger mittlerweile eine Spezialausbildung vorzuweisen, wenn sie Seehunde schießen möchten. Dieser Befähigungsnachweis besteht in der Absolvierung eines Lehrgangs, der von der Veterinäruniversität Hannover (TiHo) angeboten wird. Dass man von der Qualität dieser Fortbildung wohl selbst nicht all zu viel gehalten hat, mag belegen, dass die Universität erst nach einem Gerichtsentscheid bereit war, die Inhalte offen zu legen: Die Fortbildung umfasst 4 Stunden Vorträge, denen ohne nachfolgende Prüfung zuzuhören ist. Das ist alles, was die Jäger zu leisten haben, um als Seehundjäger qualifiziert zu sein.

Auf der Insel Sylt sind im Jahr 2014  576 Seehunde geschossen worden. Auf der Insel Föhr päppelt die Tierärztin zusammen mit ihrem Mann Andre Gemmert, Tierpfleger und Robbenspezialist (Anhang 2),, kranke oder verletzte Robben wieder auf. Sie werden durch Rechtsvorgabe gezwungen, alle ihnen gebrachten Tiere innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Seehundjäger zu melden, der sie dann abholt und nach Frederikskoog verbringt. Dieser Transport ist eine große Belastung für die Wildtiere, weshalb die Tierärztin schwerer erkrankte Tiere (Bild Anhang 1 blutiger Nasenausfluss wegen Lungenwurmbefall, aber nach Behandlung auf dem Wege der Besserung)erst nach einer Stabilisierungsphase von mehreren Tagen melden und damit auf den Weg schicken möchte.

Das führte immer wieder zu großem Unmut unter den ortsansässigen Jägern, weshalb es wiederholt zu Anzeigen und zur Verfolgung durch das Ministerium (Anhang 3) gegen die Tierärztin kam. Nach der letzten Anzeige wollte man diese, dem Tierschutz widersprechende Vorgehensweise, nicht mehr einfach hinnehmen, sondern fing an, die vorgebrachten Argumente zu hinterfragen. Dabei machte die zuständige Landesbehörde in Schleswig-Holstein keine gute Figur. Die Richterin des Kieler Amtsgericht, der jetzt über die Anzeige zu entscheiden hatte, war höchst erstaunt, kritisierte die Vorgänge und gab im Entscheid der Tierärztin Recht.

http://robbenzentrum-foehr.de/grosser-erfolg-fuer-das-robbenzentrum-foehr-vor-dem-kieler-amtsgericht/

Man darf gespannt sein, ob weiter reichende Konsequenzen folgen: dass TierärztInnen höhere Kompetenzen in Fragen der Gesundheitsbeurteilung von Wild-Tieren offiziell zugesprochen wurde, ist zwar eigentlich logisch, trotzdem fehlte es bislang an solchen eindeutigen Gerichtsentscheidungen.

 

 

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