Türkisches Fernsehen zu Bucha-Massaker: „Die Ukraine hat das Massaker begangen“!

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von Niki Vogt

Nach den erschütternden und schockierenden Bildern aus dem Ort „Bucha“ (sprich: Butscha) in der Umgebung von Kiew tobt der Informationskrieg. Die einen haben keinen Zweifel daran, dass es die russische Armee war, die hier ein Massaker an den Bewohnern von Bucha verübt hat. Beweis gibt es keinen, außer den Bildern und der Meinung, das sei den Russen und Putin ohne weiteres zuzutrauen.

Der Sender n-TV schreibt auf seiner Webseite:

„Der russische Außenminister Sergej Lawrow beschuldigt die Ukraine angesichts der Vorwürfe von Kriegsverbrechen, die Lage in der Stadt Butscha inszeniert zu haben. Es handele sich um einen „erfundenen Angriff“ mit dem Ziel, Russland zu diskreditieren, sagte Lawrow laut der Nachrichtenagentur Tass. Die Bilder von Leichen seien von der Ukraine und westlichen Ländern über die sozialen Medien verbreitet worden.“ (…) Russlands Ermittlungskomitee hat derweil ein Verfahren wegen der Verbreitung angeblicher Falschmeldungen eingeleitet. Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin habe die Behörde angewiesen, die „Provokation vonseiten der Ukraine“ strafrechtlich zu bewerten, teilte das Ermittlungskomitee auf seinem Telegram-Kanal mit. Russland bestreitet, dass sein Militär Zivilisten in Butscha in der Nähe von Kiew getötet und die Leichen auf den Straßen hinterlassen habe.

Das ist immerhin eine sachliche Darstellung und n-tv ist immer noch die beste Quelle ohne gleich mit Schaum vor dem Mund zu bewerten. Ein türkischer Sender (Screenshot oben) titelt seinen Bericht mit „Die Ukraine hat das Massaker begangen“ und schreibt darunter „Ukrainische Spezialeinheiten töten Zivilisten in den Städten. Der Bericht zitiert den russischen Außenminister Lawrow, der entschieden bestreitet, dass es russische Soldaten waren, die diese Mordorgie veranstaltet haben.

Hier ein Video von der Szenerie nach dem Massaker:

Die Presse – besonders in Großbritannien –  überschlug sich sofort:

Russland fordert eine unabhängige Aufklärung der Geschehnisse in Bucha und die Einberufung des UN-Weltsicherheitsrates zu einer Dringlichkeitssitzung. Großbritannien hat dort aktuell den Vorsitz inne. Und weist den Antrag Russlands zurück. Warum?

Begeben wir uns auf Spurensuche.

Nun, da gibt es den Bürgermeister von Bucha, der am 31. 3. glücklich verkündet, dass die Russen abgezogen sind (zweites Video unter den Fotos):

 

Es gibt keine Erwähnung von Gräueltaten, Erschießungen, Massakern. Er sieht recht glücklich aus, dass Bucha befreit wurde. Nichts weiter.

 

 

Dann gibt es auf Youtube ein Video. wie eine Spezialeinheit der ukrainischen Polizei in die nun von den russischen Truppen verlassene Stadt Bucha kommt, noch vorsichtig und wachsam durch die Straßen geht. Sie suchen nach gefährlicher Munition, die die Russen übrig gelassen haben könnten und nach Kollaborateuren.

Der ukrainische Text unter dem Video lautet:

Derzeit beschäftigt die Stadt Kämpfer des etablierten Spezialregiments der SAFARI National Police, zu der Vertreter von Spezialeinheiten der Polizei, Kämpfer von KORD und Thor sowie Spezialisten des Sprengstoffdienstes gehören.

Heute, am 2. April, haben Spezialeinheiten der Nationalpolizei der Ukraine in der befreiten Stadt Bucha in der Region Kiew damit begonnen, das Gebiet von Saboteuren und Komplizen russischer Truppen zu säubern. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes inspizieren die Orte der Kriegsverbrechen der Russischen Föderation und beschlagnahmen nicht detonierte Sprengkörper und Munition. Polizeibeamte inspizieren jeden Hof und jede Unterkunft, kommunizieren mit den Menschen und leisten Hilfe für die Anwohner.

Bürger, die die Schrecken der Besatzung ertragen mussten, helfen der Polizei so gut sie können.
Die Polizei setzt alles daran, in den befreiten Gebieten Recht und Ordnung wiederherzustellen, damit die Anwohner so schnell wie möglich in ihre Heimatstadt zurückkehren können.

Sehen wir hier Leichen? Nein. Wird von Massakern oder Erschießungen gesprochen? Nein. Ein Mann erzählt sogar in dem Video, dass Soldaten zu ihnen in den Keller gekommen seien. Sie sagten: „Ergebt euch, wir schießen nicht“. Sie hätten patriotische Symbole in seinem Haus entfernt und gefragt, warum er so viel davon habe.

Aber was bedeutet der Satz „Die Stadt wird von Saboteuren und Komplizen der russischen Streitkräfte gesäubert.“ ?

Hier noch weitere Bilder – aus ukrainischen Kanälen – aus Bucha, hochgeladen um 1:54 nachmittags, am 3. Apr. 2022

 

Und noch ein weiteres Video „Bucha City Near Kiev Liberated From Russian Occupiers“
Der Sprecher berichtet sogar von einem Tag der Freude in Bucha, dass die Russen abgezogen seien, und dass dies als ein „Tag der Freude“ auch in die Geschichte der Stadt eingehen werde. Sagt man so etwas, ohne das Massaker zu erwähnen

Ein Kommentator unter dem Video schreibt dann auch  am 04. April:
„Interesting that there are no dead bodies visible on the Street that time 🤔“
(Interessant, dass da zu diesem Zeitpunkt keine Leichen auf der Straße liegen)

Ein anderer:
„Oh, very happy ucraine soldiers! But where are all the bodies of civilians lying on the streets???“
(Oh, sehr glückliche, ukrainische Soldaten! Aber wo liegen all die Leichen der Zivilisten auf den Straßen?)

und :
„How come no mention of the executed people with hands tied behind their backs?“
(Wieso erwähnt niemand die exekutierten leute mit den auf dem Rücken gefesselten Händen?)

Fakt ist jedenfalls, dass bereits am 30, März, also vor fünf Tagen, der geplante und koordinierte Abzug russischer Streitkräfte aus den Vororten Kiews geschah, um in andere Regionen der Ukraine verlegt zu werden. Seither gab es keinerlei Berichte über massenhaft getötete Zivilisten oder Leichen auf den Straßen. Erst gestern, Samstag, wurden plötzlich in westlichen Medien unzusammenhängende Videos und Schlagzeilen über ein russisches Massaker verbreitet und panikartig von der Politik aufgegriffen.

 

Es mehren sich übrigens gerade die Löschungen auf Twitter und Youtube. Und zwar die, in denen ein Video gezeigt wird, auf dem angeblich die „Leichen“ auf der Straße winken und sich aufsetzen, weil sie denken, sie sind nicht mehr auf dem Bild.

Und es gibt ein weiteres Video auf Twitter. Ein späteres Video aus Bucha zeigt, wie sich ukrainische Soldaten über vermeintliche Zivilisten in der Gegend unterhalten. Das Video wurde von „Boatsman“ Korotkikh, berüchtigter Neonazi und Mitglied von Azov, mit dem Titel „The BOATSMAN BOYS in Bucha“ veröffentlicht. Bei der 6‑Sekunden-Marke können Sie den Dialog deutlich hören:

„Da sind Typen ohne blaue Armbinden, kann ich sie erschießen?“
„Fuck yeah“
(Die blaue Armbinde signalisiert eine Zugehörigkeit zu ukrainischen Streitkräften.)

 

Klingt das nach einer Säuberungsaktion der „besonderen Art“?

Unser Mitteleuropa schreibt:

Der russische Journalist und Kriegsreporter Alexander Koz hat in seinem Telegram-Kanal Fotos veröffentlicht, die ihm zufolge als weitere Beweise dafür dienen, dass russische Soldaten mit der Ermordung von Zivilisten in der ukrainischen Stadt Butscha nichts zu tun haben:

„Hier sind weitere Beweise. Die Leichen in Butscha mit weißen Armbinden – ein russisches Erkennungszeichen. Die ukrainischen Streitkräfte schossen auf Menschen, ohne Rücksicht darauf, ob sie Waffen hatten oder nicht. Die Hauptsache ist, dass sie weiße Armbinden tragen, was bedeutet, dass sie der Feind sind. Ukrainische Journalisten, öffnen Sie Ihre Augen“, so Koz.

Könnte es also sein, dass – nach dem Abzug der Russen – das Massaker eine „Säuberungsaktion“ der einmarschierenden ukrainischen Spezialeinheit gegen die „Kollaborateure der Russen“ war? Dass die Toten weiße Armbinden trugen ist sicher. Auch dass dies das Erkennungszeichen für russischstämmige oder russisch-freundliche Menschen waren ist verbürgt. Das erste Foto oben gibt es in voller Auflösung aus anderer Perspektive hier zu sehen.

Und hier das überall gesperrte Video von Twitter, auf dem sich die „Leichen bewegen“. Allerdings ist das nicht wirklich eindeutig zu sehen. Ich persönlich kann es jedenfalls nicht zweifelsfrei erkennen …

 

 

Der russische Journalist und Kriegsreporter Alexander Kots, der bis zum Abzug der russischen Truppen einen Monat lang in der Nähe von Kiew verbracht hat, widerspricht dieser Vorverurteilung vehement und schildert auch, warum die ukrainische Darstellung zu dem „Massaker von Butscha“ eine Fälschung ist. Er hält es für wahrscheinlich, dass die Tat von ukrainischen Freischärlern, die sich „Territorialverteidigung“ nennt, begangen wurde:

Die Wahrheit ist, dass die russischen Truppen im Rahmen der Umgruppierung Butscha einige Tage vor der Entdeckung der ‚Opfer der Besatzung‘ verlassen hatten. Die ukrainischen Streitkräfte erkannten den Abzug nicht sofort und beschossen die Stadt fast drei Tage lang mit Artillerie, die auch Zivilisten hätte treffen können.

Als sie schließlich in die Stadt vorrückten, begann eine ‚Hexenjagd‘ auf diejenigen, die mit den ‚Besatzungstruppen‘ kollaboriert hatten. In der Hitze des Gefechts macht sich niemand die Mühe, nach Beweisen zu suchen, und so tauchen Leichen mit gefesselten Händen auf, die in Brunnen geworfen wurden. Nur: Der Zustand der Leichen lässt darauf schließen, dass sie frühestens vorgestern ermordet wurden. Ich weiß, wie Leichen aussehen, wenn sie tagelang auf der Straße gelegen haben. Hier ergibt sich ein ganz anderes Bild.

(…) Als die russischen Truppen in der Nacht vom 30. auf den 31. März die Stellungen in und um Butscha verließen und aus diesem Teil der Region Kiew abgezogen wurden, haben die ukrainischen Truppen dies nicht sofort erfahren, berichtet Kots. Erst am 1. April wären sie – zuvorderst die Freiwilligen der Territorialverbände – in den Ort eingerückt. Nun wurden den Zivilisten, in erster Linie Männern, weiße Armbinden zum Verhängnis: Die Freischärler hielten sie für russische Militärangehörige oder Partisanen und schossen auf sie.“

Auch der von französischen Journalisten geschilderte Umstand – neben gleichfalls der Bestätigung der weißen Armbinden bei den Opfern –, dass bei einem dieser Getöteten dessen ukrainischer Pass lag, stützt die Hypothese des russischen Kriegsberichterstatters Kots: Nur gegenüber ukrainischem Militär ergibt das Hochhalten eines ukrainisches Passes Sinn – als Versuch, sie hoffentlich noch vom Schießen abzuhalten.

Es ist auch bekannt, dass die Nazi-Bataillone sogar eigene Leute erschießen, bevor sie sich den Russen ergeben können. Ukrainische Soldaten führen auch anderswo Säuberungen gegen russlandfreundliche oder regierungskritische Ukrainer durch:

Dies ist eine Stoffsammlung. Natürlich kann ich nicht  behaupten, dass ich weiß, was dort in Bucha passiert ist. Es ist in jedem Fall ein Verbrechen, ein Massaker, eine grauenhafte Tat, egal, wer da abgeknallt wurde. Aber die allzu voreilige Einordnung dieses Verbrechens als russische Gräueltat  kann so nicht einfach stehenbleiben. Wir haben genug gesehen an falschen Gräuelgeschichten: Von der „Babys aus den Brutkästen werfen-Geschichte“ im Irakkrieg mit Massenvernichtungswaffen als Kriegsgrund, von denen jeder schon während der Informationsveranstaltung der US-Heeresführung schon wusste, dass sie nicht stimmte (habe ich persönlich von Andreas von Bülow gehört, der damals dabei war. Von 1976 bis 1980 war Bülow Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung ), über die höchst fraglichen Geschehnisse um 9-11, den angeblichen Giftgasangriffen des syrischen Präsidenten al Assad auf sein eigenes Volk … die Liste ist lang. Wir sollten vorsichtig sein mit solchen sehr merkwürdigen Szenerien, die uns gegen Russland aufhetzen sollen und weitere Sanktionen rechtfertigen. Sanktionen, die alle Völker hier in Europa und auch Russland schmerzhaft treffen.

 

Quelle: Schildverlag.de