Silbermünzen-Flop kostet Steuerzahler fast 1,4 Millionen Euro – weil das Silber zu wertvoll wurde!

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Eigentlich sollten sie dem Bund Geld einbringen – jetzt kosten sie erst einmal kräftig: Zwei geplante Silber-Gedenkmünzen musste das Bundesfinanzministerium kurzfristig stoppen, einschmelzen und neu prägen lassen. Die Rechnung für den Steuerzahler: fast 1,4 Millionen Euro.

Das Silber war mehr wert als die Münze

Der Grund für die kuriose Panne klingt fast absurd: Der Silberpreis war so stark gestiegen, dass das Metall in den Münzen mehr wert war als der Betrag, der auf ihnen stand. Nach Angaben des Ministeriums setzte der Preisanstieg erst im vierten Quartal 2025 so richtig ein, mehrfach seien dabei historische Höchststände erreicht worden. Der Materialwert der damals geplanten Münzen habe deutlich über ihrem Nennwert gelegen.

Hätte der Bund die Münzen zum ursprünglich geplanten Wert verkauft, hätte sich das Geschäft kaum gelohnt. Rein rechnerisch wäre es sogar lukrativer gewesen, die Münzen einzuschmelzen und das Silber zu verkaufen. Also zog das Ministerium die Notbremse: Die bereits geplanten Stücke wurden in einer Prägestätte unbrauchbar gemacht, eingeschmolzen und anschließend mit einem neuen Nennwert wieder geprägt.

Diese beiden Münzen sind betroffen

Konkret geht es um die Gedenkmünzen „Heilige Drei Könige“ und „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“. Beide sollten eigentlich schon im vergangenen Jahr erscheinen – Sammler mussten sich also gedulden.

  • „Heilige Drei Könige“: Mehrkosten von 624.000 Euro
  • „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“: Mehrkosten von 733.000 Euro

Zusammen ergibt das 1,357 Millionen Euro. Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Berichtsbitte des Grünen-Haushälters Sebastian Schäfer. Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Neue Werte: 35 und 50 Euro

Die Schwebebahn-Münze ist inzwischen seit Mitte September im Handel – mit einem Nennwert von 35 Euro. Die Weihnachtsmünze „Heilige Drei Könige“ soll am 5. November erscheinen, ihr neuer Nennwert liegt bei 50 Euro.

Grünen-Haushälter: Steuergeld „geschreddert“

Scharfe Kritik kommt von Schäfer selbst. Er wirft dem Ministerium von Lars Klingbeil (SPD) vor, durch den Münz-Flop sei Steuergeld „buchstäblich und fahrlässig geschreddert“ worden. So dürfe mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger nicht umgegangen werden.

Ministerium rechnet trotzdem mit Gewinn

Ganz zum Verlustgeschäft wird die Aktion für den Staat allerdings nicht. Trotz der Zusatzkosten erwartet das Finanzministerium weiterhin einen deutlichen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich. Die knapp 1,4 Millionen Euro schmälern diesen Gewinn für den Bundeshaushalt – ärgerlich bleibt die Panne trotzdem.

Quelle: BILD – „Panne im Finanzministerium: Flop mit Silbermünzen kostet Steuerzahler fast 1,4 Millionen Euro“ (unter Berufung auf einen Bericht des „Spiegel“)

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