AfD-Spendenaffäre weitet sich aus „Report Mainz“ und „Spiegel“: Auch AfD-Chef Meuthen profitierte von angeblichen Einzelspendern

Foto by: Screenshot Youtube
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Die Spendenaffäre um AfD-Fraktionschefin Alice Weidel weitet sich aus. Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ und des „Spiegels“ profitierte AfD-Parteichef Jörg Meuthen offenbar von denselben Einzelspendern wie Weidel. Dies geht aus Namenslisten hervor, die die AfD kürzlich der Bundestagsverwaltung übermittelt hat. Demnach sind Meuthens angebliche Gönner teilweise namenidentisch mit jenen Personen, die von der Partei als angebliche Spender Weidels präsentiert wurden.

Im Fall Weidel geht es um rund 130.000 Euro, die 2017 auf einem AfD-Wahlkampfkonto eingingen. Als Absender firmierte eine Pharmafirma aus Zürich. Wie die AfD nun in ihrem Rechenschaftsbericht schreibt, stammte das Geld in Wahrheit von „mehreren Personen“, mit deutschem oder EU-Pass.

Im Fall Meuthen geht es ebenfalls um dubiose Wahlkampffinanzierung. Bei seiner Kandidatur für den Stuttgarter Landtag ließ sich der AfD-Bundesvorsitzende 2016 von der Schweizer PR-Agentur Goal AG bei einer Werbekampagne mit Inseraten, Flyern, Plakaten und einer Website unterstützen. Zumindest bezüglich der Website sprach die Partei bislang von einem „Freundschaftsdienst“ des Goal AG-Chefs. Davon ist im neuen AfD-Bericht keine Rede mehr. Auch diese Kosten seien von „mehreren Personen“ übernommen worden. Einige dieser Finanziers tauchen auch auf der Weidel-Liste auf.

Fragen zur Namensgleichheit der angeblichen Gönner wollte die AfD nicht beantworten: Es handle „sich um eine derzeit in Klärung befindliche Anfrage der Bundestagsverwaltung“. Im Falle der Weidel-Spende, die von der AfD erst Monate später zurücküberwiesen worden war, ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz. Sogenannte „Strohmannspenden“, bei denen die Spender verschleiert werden, sind illegal.