Blutdrucksenker – Valsartan-Skandal: Experten mahnen Umdenken an!

Medizin Skandal
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Nach dem Skandal um verunreinigte Blutdrucksenker pochen Experten auf grundsätzliche Konsequenzen im Umgang mit Arzneistoffen. „Die Patienten sind zutiefst verunsichert und verlieren zunehmend das Vertrauen in die Arzneimitteltherapie“, warnt der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Fritz Becker, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. „Was muss eigentlich noch alles passieren, damit die Krankenkassen erkennen, dass es gute und sichere Medikamente nicht zu Dumpingpreisen gibt?“ Denn die Sicherheitsstandards in Billiglohnländern entsprechen oft nicht den europäischen Anforderungen, weshalb die Hersteller dort anfälliger für Produktionsprobleme sind.

Im Juli waren europaweit zahlreiche Präparate mit dem häufig verordneten blutdrucksenkenden Wirkstoff Valsartan zurückgerufen worden. Sie waren wahrscheinlich mit der krebserregenden Substanz N-Nitrosodimethylamin verunreinigt. Die Aufsichtsbehörden versagten im Valsartan-Skandal offenbar an verschiedenen Stellen. Das zuständige European Directorate for the Quality of Medicines and HealthCare in Straßburg etwa erkannte die Verunreinigungen nicht und bestätigte, dass der Wirkstoff gemäß den Anforderungen des Europäischen Arzneibuchs produziert worden sei. „Wenn Arzneimittelhersteller weiterhin global einkaufen, dürfen sie sich nicht auf Zertifikate chinesischer Hersteller verlassen, sondern müssen mehr in die Qualitätssicherung investieren“, fordert daher unter anderem der Präsident der Bundesapothekerkammer, Dr. Andreas Kiefer. „Wir brauchen bessere Kontrollmöglichkeiten.“

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 11/2018 B liegt aktuell in den meisten Apotheken aus.