Bundeszentrale für politische Bildung nimmt vom rbb angezweifelte Studie zu Grenztoten vorerst aus Sortiment!

Grenztoten

Urheber: kodda / 123RF Standard-Bild
Urheber: kodda / 123RF Standard-Bild

 

Die Recherche des rbb zur zweifelhaften Zahl von Toten an der innerdeutschen Grenze hat Konsequenzen.

Wie die Bundeszentrale für politische Bildung dem rbb am Donnerstag mitgeteilt hat, hat sie die kritisierte Studie vorerst aus dem Sortiment genommen. Zugleich verteidigt sie die ursprüngliche Entscheidung, die Untersuchung in ihren Bestand aufgenommen zu haben.

Im folgenden die Stellungnahme der Bundeszentrale an den rbb:

„… Es handelt sich dabei um die erste umfassende Studie mit wissenschaftlichem Anspruch, die sich der Gesamtzahl der Opfer an der innerdeutschen Grenze widmet. Es gab bei Prüfung des Bandes im Haus keinerlei Anlass, an der wissenschaftlichen Redlichkeit der Arbeit des renommierten Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin zu zweifeln, zumal das Projekt ja auch durch das BKM unterstützt wurde. Im Gegenteil, es wären sicher in der Öffentlichkeit Fragen entstanden, wenn wir den Band nicht für unsere Schriftenreihe erwogen hätten. Die bpb bedauert es sehr, wenn nun Zweifel an einzelnen Ergebnissen auftauchen, begrüßt aber die öffentliche Debatte um dieses wichtige Thema der gesamtdeutschen Nachkriegsgeschichte. Bis zur Klärung dieser offenen Fragen ist der Band daher bei der bpb nicht verfügbar.“

In der Studie sind 327 Grenztote aufgeführt. Nach rbb-Recherchen sind aber in mindestens 50 Fällen Zweifel angebracht, weil Täter zu Opfern gemacht wurden, darunter Offiziere, die beispielsweise für die Stasi spioniert haben und sich später das Leben nahmen.

 

Rundfunk Berlin-Brandenburg