Der #Diesel-Skandal: #Trotz #Millionenförderung der #Autoindustrie – #keine #Forschung zu negativen #Auswirkungen von #Dieselemissionen!

 

Mainz  – Die deutsche Autoindustrie hat 2016 mindestens 25 Millionen Euro Fördergelder an mehrere deutsche Uni- und Hochschulinstitute vergeben. Von dieser Summe floss jedoch nichts in die Forschung zu den negativen Auswirkungen von Dieselemissionen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ (27.2., 21:45 Uhr im Ersten) an zehn deutschen Universitäten und Hochschulen durchgeführt hat, die mit Automobilherstellern und Zulieferbetrieben kooperieren. Befragt wurden: RWTH Aachen, TU München, Uni Stuttgart, TU Braunschweig, HS Ingolstadt, TU Dresden, TU Berlin, TU Darmstadt, HS München, HS Esslingen.

Finanziell unterstützt werden die Universitäten und Hochschulen von den Automobilherstellern Daimler AG, VW und BMW. Dabei geht es um Auftragsforschung, aber auch um anderweitige Kooperationen, zum Beispiel um die Finanzierung von Promotionsstellen und Stiftungsprofessuren. Zum Thema „gesundheitliche Aspekte von Dieselabgasen“ gaben die Universitäten und Hochschulen an, in den letzten fünf Jahren keine Forschung betrieben zu haben. Ebenso wenig wurde an den befragten Universitäten zur Überschreitung von gültigen Grenzwerten bei Dieselemissionen geforscht und auch die umstrittenen Abschaltautomatiken bei Dieselmotoren waren nicht Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (B’90/Grüne), Mitglied des Abgas-Untersuchungsausschusses des Bundestages, kritisiert im Interview mit „Report Mainz“: „Wir müssen feststellen, dass es in Deutschland eine ganze Reihe von Forschungseinrichtungen gibt, die ihre Forschung von der Automobilindustrie finanziert bekommen. Dann kann man natürlich fragen, wie unabhängig ist diese Forschung. Das ist mehr politisches Lobbying mit wissenschaftlichem Anstrich.“

„Report Mainz“-Umfrage an zehn deutschen Universitäten und Hochschulen

Weitere Informationen auf http://x.swr.de/s/dieselemission. Quelle: „Report Mainz“