Doping-Prozess gegen Profi-Boxer Felix Sturm geplatzt

Felix Sturm

 

Juristischer Punktsieg für den Profi-Boxer Adnan Catic, alias Felix Sturm: Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag-Ausgabe) aus Justizkreisen erfuhr, ist der Doping-Prozess gegen den gebürtigen Leverkusener mit bosnischen Wurzeln zunächst geplatzt. Die 8. Große Strafkammer lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, da kein hinreichender Tatverdacht gegen den 39 Jahre alten Ex-Champion laut Anti-Dopinggesetz bestehe. Sturms Verteidiger Gottfried Reims bestätigte auf Anfrage der Zeitung einen entsprechenden Einstellungsbeschluss: „Das Gericht ist der Argumentation der Verteidigung gefolgt, wonach ein viel zu spät vorgenommenes Gutachten zu dem Schluss kommt, dass keine dopingrelevanten Spuren vorhanden sind.“ Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde gegen den Gerichtsbeschluss beim Oberlandesgericht ein. In dem Verfahren geht es um das verbotene anabole Steroid Stanozolol. Der Doping-Stoff wurde nach dem WM-Sieg am 20. Februar 2016 gegen den russischen Supermittelgewichtler Fedor Chudinov bei dem fünfmaligen Titelträger Felix Sturm festgestellt. Stanozolol dient unter anderem dem Muskelaufbau. Sturm beteuerte öffentlich, er könne sich das positive Ergebnis nicht erklären. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte den Boxer im Mai 2018 wegen Dopingverstößen und gefährlicher Köperverletzung angeklagt. Das Gericht ließ die Anklage im Einstellungsbeschluss auf Antrag von Sturms Verteidiger aber nicht zu. Die Kammer kam vor elf Tagen zu dem Ergebnis, dass „die Aufnahme des Stanozolols über verunreinigte Lebensmittel eine realistische Möglichkeit“ darstelle. Folglich sei nicht mit einer Verurteilung zu rechnen.

 

Kölner Stadt-Anzeiger