Falscher Polizeibeamter erpresst vom Opfer eine fünfstellige Geldsumme

 

 

Wilhelmshaven  – In der Vergangenheit warnte die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland immer wieder vor dem Auftreten falscher Polizeibeamter, die sich immer wieder Neues einfallen lassen, um an das Geld von älteren Personen zu kommen.

Die Täter kennen dabei keine Skrupel und werden immer dreister, wie der aktuelle Fall zeigt.

Das perfide bei diesem neuen Vorgehen ist, dass das Opfer zum Finanzagenten wird und sich dadurch selber strafbar macht.

Eigentlich war ein 80-Jähriger bei der Polizei, weil er Anzeige wegen eines falschen Polizeibeamten machen wollte, als das Geschehen seinen Lauf nahm:

Der Rentner kam nach der Anzeigenerstattung nach Hause, als ihm seine Frau mitteilte, dass die Polizei angerufen habe. Sie hätte dem angeblichen Polizeibeamten mitgeteilt, dass ihr Mann ja gerade bei der Polizei wäre, um Anzeige zu erstatten. Kurze Zeit später klingelte erneut das Telefon und der Anrufer gab sich als der Polizeibeamter aus, bei dem der Senior gerade seine Anzeige erstattet hätte.

Der 80-Jährige hätte angeblich eine falsche Aussage getroffen, man habe sich bereits beim BKA entschuldigt, dass solle er nun auch tun. Der gewissenhafte Senior rief die ihm zuvor bereits genannte Rufnummer beim angeblichen BKA auch an.

Der Angerufene setzte den 80-Jährigen dermaßen unter Druck, indem er ihm wegen eines, angeblich gegen ihn bestehenden Haftbefehls drohte. Sollte er die fünfstellige Summe nicht überweisen, drohe die Auslieferung in die Türkei.

Der eingeschüchterte Senior sah für sich keinen anderen Ausweg und überwies schließlich die geforderte Summe auf das angegebene Konto.

Nach seiner getätigten Überweisung erhielt der Rentner eine höhere Geldsumme auf sein eigenes Konto überwiesen. Er wurde erneut telefonisch von einem angeblichen Polizeibeamten aufgefordert, diese Summe nun in die Türkei zu überweisen. Auch diesem verbalen unter Druck setzen kam der Senior aus Angst vor Repressalien nach.

„Das tragische daran ist, dass sich der 80-Jährige nun selber strafbar gemacht hat und zum sog. Finanzagenten geworden ist“ erläutert Andrea Papenroth, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Neben dem emotionalen und finanziellen Schaden, muss nun auch noch ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche eingeleitet werden.

Als Geldwäsche bezeichnet man die das Einschleusen illegal erwirtschafteten Geldes, da das zu „waschende“ Geld aus illegalen Tätigkeiten wie z.B. Betrug, oder Erpressung stammt und die Herkunft des Geldes verschleiert werden soll.

Die auf das Konto des „Finanzagenten“ eingehenden Gelder stammen meistens von Opfern betrügerischer Handlungen. So überweisen die Kriminellen von einem Online-Konto eines ahnungslosen Dritten, über das sie durch betrügerische Mittel Zugriff erlangt haben.

„Wer als „Finanzagent“ mitwirkt und die Gelder an Mittäter ins Ausland überweist, stellt sich in den Dienst der Kriminellen“ so Papenroth, „Derjenige setzt sich der Gefahr aus, wegen Beihilfe zum Betrug oder zur Geldwäsche belangt zu werden und auf dem entstandenen Schaden sitzen zu bleiben. Leider sind Hintermänner des Betrugs oftmals nicht zu ermitteln.“

Die Polizei wird Anzeigeerstatter oder Geschädigte niemals unter Druck setzen und niemals dazu auffordern, Überweisungen zu tätigen.

Die Polizei rät

Seien Sie bei Anrufen – wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, das Gegenüber zu kennen – stets misstrauisch und schenken Sie der angezeigten Nummer auf ihrem Display keine Beachtung; auch diese kann technisch manipuliert worden sein.

Erteilen Sie per Telefon keine Auskünfte und gehen sie telefonisch auf keine Geldgeschäfte oder Gewinnversprechen ein.

Verständigen Sie im Zweifelsfall über Notruf 110 die Polizei bzw. wählen Sie die Nummer Ihrer örtlichen Polizeidienststelle!