Gesundheitsreport: Mehr als jedes zehnte Kind in Norddeutschland bei Einschulung übergewichtig

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Gesundheitsreport – Mehr als jedes zehnte Kind in Norddeutschland bei Einschulung übergewichtig

Wissenschaftler fordert mehr Sportunterricht – „Kinder nicht immer mit Auto zur Schule bringen“

Osnabrück. Mehr als jedes zehnte Kind startet in Norddeutschland mit Übergewicht ins Schulleben. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen der vergangenen Jahre. Demnach waren in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen zum Schuljahr 2016/17 insgesamt 11,3 Prozent der angehenden Erstklässler zu schwer oder litten gar unter Adipositas. Tendenz leicht steigend.

Der Hang zu Übergewicht hängt laut Auswertungen stark mit dem Elternhaus zusammen. Aus Schleswig-Holstein, wo mehr als 24.000 Kinder untersucht wurden, heißt es beispielsweise: „Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstand sind zu 9,3 Prozent übergewichtig und zu 8,1 Prozent adipös.“ Bei höherem Bildungsabschluss liege der Anteil hingegen bei 5 und 2,7 Prozent. Ähnliches lässt sich auch in den anderen Bundesländern beobachten. Adipositas beschreibt dabei krankhaftes Übergewicht. Aus Niedersachsen heißt es, das Problem trete gleichermaßen bei Jungen und Mädchen auf.

Sportwissenschaftler Theodor Stemper von der Universität Wuppertal sagte der „NOZ“, die Schule könne ihren Beitrag dazu leisten, Nachteile auszugleichen. Er empfahl fünf Sportstunden pro Woche in den Unterrichtsplan einzubauen. Elke Bruns-Philipps vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen appellierte an die Eltern: „Die Schüler sollten nicht jeden Tag mit dem Auto zur Schule gebracht werden, sondern selbst laufen.“

 

Neue Osnabrücker Zeitung