#Gewerkschaftsreport: Nur noch 41 Prozent aller #Beschäftigten werden von #Betriebsrat vertreten!

Immer weniger Beschäftigte in Deutschland werden durch einen Betriebsrat vertreten. Konnten sich 2002 noch knapp die Hälfte aller Beschäftigten oder 48 Prozent an einen Betriebsrat wenden, waren es 2016 nur noch 41 Prozent. Das geht aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag) vorliegt. Demnach sank der Anteil der Betriebe, die einen Betriebsrat haben, an allen deutschen Unternehmen ab fünf Mitarbeitern in dem Zeitraum von elf auf neun Prozent. Der Rückgang setzte sich auch im vergangenen Jahr fort: 2017 betrug der Anteil der Beschäftigten ohne Betriebsräte in Westdeutschland noch 40 Prozent, in Ostdeutschland 33 Prozent. Häufig sind Unternehmen ohne Betriebsräte auch an keinen Tarifvertrag gebunden: In Betrieben mit Tarifbindung werden 60 Prozent der Beschäftigten von einem Betriebsrat vertreten, in den Formen ohne Tarifbindung sind es nur 20 Prozent, wie aus der Antwort hervorgeht. Linken-Politikerin Jutta Krellmann forderte die Bundesregierung auf, mehr zum Schutz von Betriebsräten zu tun und die Gründung der Arbeitnehmervertretungen zu erleichtern. „Wer Betriebsratsarbeit behindert, macht sich strafbar. Wir brauchen Schwerpunktstaatsanwaltschaften, die solche Verstöße verfolgen“, sagte Krellmann. Das Ministerium verweist in seiner Antwort auf eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wonach etwa 60 Prozent der Gewerkschaftssekretäre über Erfahrungen berichten können, dass in Firmen die Gründung eines Betriebsrats behindert worden sei.

 

Rheinische Post