Hammer der Woche: #Flüchtlingsgegnern soll es an #Nächstenliebe und #Barmherzigkeit #mangeln!

Hannover – In welchem Ausmaß beeinflussen die christlichen Tugenden der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Feindesliebe sowohl unsere Meinungen zur Flüchtlingspolitik wie auch unsere individuelle Liebesfähigkeit? Dies wollte die psychologische Dating-Plattform www.Gleichklang.de auch in Anbetracht der aktuellen Debatte in Deutschland und Europa wissen. Sie hat den Psychologen Guido F. Gebauer eine Umfrage durchführen lassen, an der sich 1489 Personen im Alter von 18 bis 81 Jahren beteiligten.

Die Umfrage ergab folgende Hauptergebnisse

- Je stärker Befragte für Nächstenliebe, Barmherzigkeit und 
Feindesliebe plädierten, desto eher sprachen sie sich gegen die 
Einrichtung von Abschiebelagern und gegen die Abschiebung von 
Menschen nach Afghanistan oder die Zurückschiebung von 
Flüchtlingen nach Libyen aus. Befragte, die alle drei 
christlichen Tugenden bejahten, lehnten in überwältigender 
Mehrheit sowohl Abschiebelager (84%) als auch Abschiebungen nach
Afghanistan (93%) und Rückschiebungen nach Libyen (92%) ab. 
Diejenigen, die keine der drei christlichen Tugenden bejahten, 
sprachen sich demgegenüber lediglich zu 29 % gegen 
Abschiebelager und jeweils nur zu 37 % gegen Abschiebungen nach 
Afghanistan und Zurückschiebungen nach Libyen aus.
- Die Befragten zeigten eine umso negativ-verbitterte Einstellung 
zur Liebe (Liebes-Negativität), desto weniger wichtig ihnen 
Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Feindesliebe waren. Die 
Gruppe, die keine der drei christlichen Tugenden bejahte, 
erreichte einen signifikant höheren Gesamtpunktewert in 
Liebesverbitterung als diejenigen, die sich zu Nächstenliebe, 
Barmherzigkeit und Feindesliebe bekannten.
- Je weniger die Befragten für Nächstenliebe, Barmherzigkeit und 
Feindesliebe plädierten, desto häufiger gaben sie in ihrer 
Selbsteinschätzung an, wenig oder keine Zeit dafür zu verwenden,
anderen Menschen zu helfen, Egoisten zu sein oder sich am Leid 
anderer nicht zu stören. Spezifisch gaben in der Gruppe 
derjenigen, die keine der drei christlichen Tugenden bejahte, 43
% an, wenig oder keine Zeit dafür zu verwenden, anderen zu 
helfen. Jeweils 17 % aus dieser Gruppe gaben an, selbst Egoisten
zu sein und sich am Leid anderer Menschen nicht zu stören. Bei 
denjenigen, die alle drei christlichen Tugenden bejahten, 
zeigten sich demgegenüber signifikant geringere 
Zustimmungsraten. Hier gaben nur 21 % an, wenig oder keine Zeit 
zu verwenden, anderen zu helfen. Lediglich 5 % gaben an, 
Egoisten zu sein, und nur 3 % gaben an, dass sie das Leid 
anderer Menschen nicht störe.
- Alle Ergebnisse blieben auch nach statistischer Kontrolle von 
Einflüssen des Geschlechts, des Alters und des Bildungsstandes 
bestehen.

Diplom-Psychologe Dr. Guido F. Gebauer ist über die Ergebnisse nicht überrascht. So sei es bereits intuitiv sofort verständlich, dass Maßnahmen der Abschottung gegenüber Flüchtlingen, die potenziell deren Leben gefährdeten, das Gegenteil von Nächstenliebe und Barmherzigkeit seien. Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Feindesliebe seien Werte, die eng mit positivem Sozialverhalten und Empathie verbunden seien. Entsprechend sei es psychologisch plausibel, dass Menschen, die diese Werte bejahten, auch eine höhere eigene Liebesfähigkeit aufwiesen. Bei Menschen, denen es an Nächstenliebe und Barmherzigkeit mangele, seien demgegenüber die psychischen Voraussetzungen für die Entwicklung einer echten Liebesbeziehung ungünstiger.

Weitere Informationen zu Hintergrund und Repräsentativität der Umfrage finden sich im Gleichklang-Blog: www.goo.gl/mX8Xmg

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