Niedersachsens Minister setzen bei Dienstwagen auf Audis Diesel-Oberklasse

A8-Diesel für fast alle Minister – Grüne kritisieren Schadstoffbelastung

Osnabrück. Niedersachsens rot-schwarzes Kabinett setzt bei der Modernisierung der Dienstwagenflotte auf Oberklasse-Diesel von Audi. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Montag) unter Berufung auf die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Demnach verfügen neun der zehn Minister über mindestens einen A8-Turbodiesel oder planen die Anschaffung.

Lediglich das Ressort von Umweltminister Olaf Lies (SPD) erklärte, dass über eine Neuanschaffung noch nicht entschieden ist. Lies nutzt derzeit einen Audi A3 Hybrid aus der Zeit von Amtsvorgänger Stefan Wenzel (Grüne). Für Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (beide CDU) wurden neue A8 beschafft. Die Vorgänger waren mit VW-Modellen unterwegs. Bei Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) und Europaministerin Birgit Honé (SPD) wurden die bisher genutzten Audi A6 durch den höherklassigen A8 ersetzt, das Justizministerium von Barbara Havliza (CDU) plant diesen Wechsel noch. Ministerpräsident Stephan Weil sowie die Ressorts Inneres, Finanzen, Soziales und Kultus hatten bereits in der vergangenen Legislaturperiode auf das Audi-Spitzenmodell gesetzt. Dabei soll es bleiben.

Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Stefan Wenzel, kritisierte die Fahrzeugwahl scharf. Der A8 verfehle nicht nur die neue Abgasnorm Euro 6d, sondern habe im Realtest der Deutschen Umwelthilfe „bis zu zehnmal mehr Stickoxide als in der Zulassung angegeben“ ausgestoßen, sagte Wenzel der „NOZ“. SPD und CDU hätten im Koalitionsvertrag festgehalten, Niedersachsen in Sachen Elektromobilität zum Spitzenreiter der Bundesländer machen zu wollen. Doch die Regierungsvertreter hätten weder den Willen noch den Plan, auf umweltfreundlichere Autos umzusteigen. Bei E-Autos und Ladesäulen herrsche Fehlanzeige. „Dieses Kabinett ist ein schlechtes Vorbild für die Autofahrer und Impulse für innovative Entwicklungen beim Weltkonzern VW kann man von den Herren Weil und Althusmann so auch nicht erwarten“, sagte Wenzel.

 

Neue Osnabrücker Zeitung