Justizreport – Unvorstellbar – Der Missbrauchsfall Staufen!

Neli Heiliger Tour41
Neli Heiliger Tour41

 

 

Unvorstellbar. Unvorstellbar ist, was jener Junge erleiden musste, den Mutter und Stiefvater an Freier vermieteten und selbst sexuell missbrauchten. Der schlimmste Fall, an den sich Ermittler in Baden-Württemberg, ja deutschlandweit erinnern. Deshalb sind die Urteile der Freiburger Richter nun fast zwangsläufig so ausgefallen: Lange Haftstrafen und Sicherheitsverwahrung für den Stiefvater. Er darf völlig zu Recht nicht mehr in Freiheit.

Schwer nachzuvollziehen sind die Versäumnisse der Behörden: mangelnde Absprachen zwischen Justiz, Jugendamt und Polizei, Fehleinschätzungen, zu wenig Kontrollen des einschlägig vorbestraften Stiefvaters.

Wie schon beim kleinen Alessio in Baden-Württemberg und anderen Opfern in Deutschland offenbaren sich grundlegende Schwächen im System. Die Kontrolle über die Jugendämter reicht nicht aus. Die Rechtsaufsicht in Baden-Württemberg bemängelte in den vergangen zehn Jahren gerade einmal einen der über 500 Kinderschutz-Fälle, die ihr zu Überprüfung gemeldet wurden. Es fehlen zentrale, verbindliche und damit auch für die Mitarbeiter verlässliche Standards. Eine Schnittstelle, die bei Problemfamilien die Aktivitäten aller Beteiligten koordiniert, scheint es nicht zu geben. Ein weiteres Problem: Jeder Fachanwalt muss sich regelmäßig fortbilden, Familienrichter aber nicht.

Die Justiz muss nun auch über sich selbst urteilen. Sie muss rasch und offen aufklären, wie es zu Fehleinschätzungen und fehlenden Absprachen kam. Auch die Landesregierung in Baden-Württemberg steht in der Pflicht, den Vorgang im Jugendamt und bei der Polizei auszuleuchten – und am Ende die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

 

Schwäbische Zeitung

 


Gerade ist das Urteil gegen den Spanier Javier G.-D. im Freiburger Landgericht gefallen, es lautet: 10 Jahre Haft und 18000€ Schmerzensgeld

Javier G.-D. ist im März 1985 in der Nähe von Barcelona geboren. Er ist EDV-Experte und hat sich in der Zeit von September 2016 bis August 2017 mehrfach mit Michaela Berrin T. (48) und Christian L. (39) in Südbaden getroffen um den Sohn von T. zu missbrauchen. Dazu wurden auch Ferienwohnungen als Tatorte gemietet. G.-D. hat mehrere Beträge im vierstelligen Bereich an T. und L. gezahlt, sowie elektonische Geräte (z.B. Spielekonsole und Ferseher) als Geschenke mitgebracht oder direkt vor Ort besorgt.

Im Moment halten unsere aktiven Mitglieder eine Mahnwache vor dem Landgericht ab und suchen Unterstützer für „Aktiv gegen sexuellen Missbrauch“. Morgen ist die Urteilsverkündung der Mutter Berrin T. und Lebensgefährte Christian L. bei der wir natürlich auch eine Mahnwache ab 08.00 Uhr abhalten werden. Wir würden uns über jede Unterstützung freuen. Also kommt vorbei!