Katholische Kirche und Missbrauch!

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Wer auf den katholischen Klerus schaut, stellt zum Beispiel fest: alles Männer, fast alle (bis auf einen Teil der Diakone) unverheiratet. Der weibliche Teil der Menschheit kommt im System nicht vor. Wer das im 21. Jahrhundert nicht als Nährboden für den besagten Ismus erkennt, muss Scheuklappen tragen oder den Kopf ins Weihwasserbecken getaucht haben. Der Perspektivwechsel kann einem aber auch die Sprache verschlagen. Denn wie soll eine Kirche „den Klerikalismus bekämpfen“, wenn die Gruppe der Kleriker immer kleiner wird; wenn die Zahl der Weihekandidaten von einem Niedrigrekord zum anderen sinkt; und wenn der Kreis derer, die sich für das geistliche Amt interessieren, zu einem winzigen Zirkel wird, der nicht einmal mehr die katholische Jugend repräsentiert? Ganz so folgenlos ist die Skandalwelle des Jahres 2010 nach dem Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle in der Kirche nicht geblieben. Aber noch immer ist zu wenig passiert.

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Mitteldeutsche Zeitung