Kritik an Ministerin von der Leyen: Wehrbeauftragter fordert Entscheidung über Zukunft der „Gorch Fock“

 

Wehrbeauftragter fordert Entscheidung über Zukunft der „Gorch Fock“

Bartels: „Alles andere wäre peinlich“ – Kritik an Ministerin von der Leyen

Osnabrück. Im Streit um die „Gorch Fock“ hat der Wehrbeauftragte des Bundestages eine Entscheidung über die Zukunft des Schulschiffs angemahnt. Der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels sagte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Deutschland ist nicht dümmer oder ärmer als andere Nationen. Das müssen wir hinbekommen. Alles andere wäre peinlich.“ Die Marine habe bisher ihre Offiziersausbildung mit einem eindrucksvollen Großsegler machen können, viele Partner-Marinen machten das auch.

Bartels wollte sich nicht festlegen, ob die Gorch Fock weiter renoviert oder ein neues Schulschiff gekauft werden solle: „Das sollen die Verantwortlichen beurteilen. Ein Neubau würde jedenfalls Jahre dauern, dann bräuchte man auch noch eine Überbrückungslösung.“ Bartels kritisierte, dass niemand reagiert habe, als sich die Kosten für die Renovierung von 10 auf 135 Millionen Euro verdreizehnfacht hätten. „Es hätte jemandem auffallen müssen, dass das nicht normal ist. Aber was ist schon normal, wenn sowieso immer alles teurer wird als geplant?“

Auf die Frage nach der Verantwortung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für den schlechten Zustand der Truppe sagte Bartels: „Die Herausforderung heißt: umsetzen.“ Die Aufgabe der Ministerin sei nicht leicht, aber es gelte: „Jetzt muss die Ministerin den Turnaround schaffen.“

 

Neue Osnabrücker Zeitung