Malta ist das EU-Eldorado der Glücksritter

Dieses Inselreich hat eigentlich nicht sonderlich viel zu bieten. Industriell ist dort nichts los. Spezialisten und Fachkräfte halten sich dort in den für die Entwicklung üblichen Grenzen, sodass Malta als Produktionsstandort nicht sonderlich relevant ist. Als Urlaubsziel ist es immer wieder willkommen, denn an Sonnenschein und Mittelmeerstränden mangelt es der Insel nicht. Aber selbst im Bereich Tourismus ist der Wettbewerb hart. So trachtet das offizielle Malta stets danach, sich irgendwelche „Sonderposten“ zu schaffen, die es einmalig machen und ordentlich Geld in die Insel-Kasse spülen. Und so kommen am Ende ganz interessante Konstrukte dabei heraus. Nicht selten zum Leidwesen der übrigen EU-Staaten.

So hat Malta erst vor Jahren dadurch auf sich aufmerksam gemacht, dass es die eigene Staatsbürgerschaft und somit auch EU-Bürgerschaft, für 6 bis 7-stellige Eurobeträge verhökerte. Demnach können Leute mit Geld dort sehr schnell zu einer Staatsbürgerschaft und somit unkompliziert wir rechtens in den Schengenraum gelangen: Staatsbürgerschaft für Reiche • Maltas Milliardengeschäft mit dem EU-Pass. Da die Einwanderungskriterien in den übrigen EU-Ländern oftmals viel komplexer und auch nicht so sehr ans Geld gebunden sind, erwies sich diese Methode für Malta als lukratives Geschäftsmodell, welches wohl bis heute ganz wunderbar floriert.

EU-Eldorado der Glücksritter

Aber an der Stelle sollte Sportsgeist und Kreativität der Malteser noch nicht enden. So gilt Malta inzwischen als die Hochburg des elektronischen Glücksspiels in Europa. Davon ausgehend, dass rund 50 Prozent des weltweiten Glücksspiel-Umsatzes (gut 35 Mrd. Euro) aus europäischen Ländern stammt, ist die steuerliche Behandlung dieser Angebote auf Malta besonders attraktiv. Infolgedessen versuchen die Betreiber bestimmter Online-Casinos, den Steuervorteil auch werblich gegenüber der Kundschaft ins Feld zu führen. Sehen Sie hier, auch „Speedy Casino“ ist ein für Malta typisches Angebot. Ein echtes Schmankerl, welches sich die Branche aus verständlichen Gründen nicht entgehen lässt. Entscheidend für die rechtliche und steuerliche Behandlung dieser Casinos ist der physische Standort der Server, von dem aus dieses Geschäft betrieben wird. Mit der Casino Lizenz aus Malta verfügt das Speedy Casino über eine seriöse und staatliche Zulassung.

Folgt man Berichten wie diesem, diese Umstände betreffend: Versteckspiel auf Malta, dann erweist sich die Insel auch in der Aufsicht solcher Betriebe als besonders nachsichtig bis extrem locker. Fürs Geschäft ist das ausgesprochen förderlich, für das Verhältnis zu den übrigen EU-Partnerstaaten immer wieder eine Belastungsprobe. Solange sich allerdings die Kollegenschelte im Rahmen hält, wird es wohl keine Notwendigkeit geben, an dem bisherigen Verhalten auf Malta etwas zu ändern.

Die andere Dimension des maltesischen Glücksspiels

Man kommt nicht umhin, noch eine Stufe weiter zu schauen. Denn was in Malta absolut legal ist, muss teilweise auf dem Weg dorthin einen Hürdenlauf absolvieren. Das Geld. Das führt unweigerlich zu ganz anderen Beteiligten und Betrachtungen: Banken verdienen an Internet-Casinos. Damit hat der Streit um das Online-Glücksspiel die nächste Stufe erreicht. Die Banken reagieren unterschiedlich. Einige Zahlungsdienstleister nehmen „Glücksspiel“ aus ethischen Gründen aus dem Programm, andere, weil sie sich rechtlich in der Ecke sehen und wieder andere stören sich an rein gar nichts.

Komplexe einheitliche Regeln der EU, dieses Gewerbe betreffend, werden wohl noch Jahre auf sich warten lassen, soweit überhaupt kommen sollten. Dies ganz zur Freude Maltas, der Online-Zocker und der übrigen Beteiligten. Immerhin hat die EU derzeit mehr als genug mit sich selbst zu tun, anstatt sich um so eine kleine Nische zu bemühen, mit der Malta seine Portokasse aufbessert. Aber als künftiger Zankapfel wird dieses Thema bestimmt irgendwann wieder seinen Dienst verrichten. Sofern sich nach dem BREXIT nicht weitere EU-Mitglieder entschließen die EU auf die Probe zu stellen.