München – Jetzt kommt der Impfservice direkt aufs Oktoberfest! Die Landeshauptstadt München geht beim Infektionsschutz einen ungewöhnlichen Weg und bietet nach eigenen Angaben erstmals unmittelbar auf der Wiesn Impfungen gegen Grippe und Corona an. Wie die Stadt in der „Rathaus Umschau 179 / 2026“ vom 18. September 2026 mitteilt, können sich Impfwillige während des Oktoberfests ohne vorherige Terminvereinbarung in der Wiesn-Wache impfen lassen. Von Montag bis Freitag ist der Impfservice jeweils von 10 bis 14 Uhr geöffnet, samstags und sonntags sogar bereits von 9 bis 14 Uhr. Wer das Angebot nutzen möchte, soll lediglich seinen Impfpass und seine Krankenkassenkarte mitbringen. Damit wird ausgerechnet das größte Volksfest der Welt auch zum Schauplatz einer städtischen Impfkampagne. Nach Angaben der Stadt setzt der Impfschutz bereits kurz nach der Impfung ein und baut sich innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen vollständig auf. Hintergrund der Aktion ist der Beginn der Saison für Atemwegserkrankungen, der zeitlich mit dem Münchner Oktoberfest zusammenfällt. Nach Darstellung der Stadt steigt in dieser Zeit das Risiko für Infektionen mit Influenza, COVID-19 und RSV deutlich an. Während solche Erkrankungen für gesunde Menschen häufig lediglich einen lästigen Infekt bedeuten, können sie für bestimmte Risikogruppen schwerwiegende Folgen haben. Besonders Menschen ab 60 Jahren sowie Personen mit chronischen Erkrankungen könnten laut den Hinweisen der Stadt von schweren Krankheitsverläufen und Folgeschäden betroffen sein. München empfiehlt deshalb insbesondere Risikogruppen und deren engen Kontaktpersonen, Impfungen gegen Influenza und COVID-19 möglichst bereits vor einem Besuch des Oktoberfests in Anspruch zu nehmen.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek macht deutlich, warum die Stadt mit der Spritze ausgerechnet auf die Wiesn zieht. „Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind, und das ist jetzt eben die Wiesn“, erklärt Zurek zur neuen Aktion. Durch die Impfzeiten am Vormittag wolle die Stadt sowohl Beschäftigte des Oktoberfests als auch Besucher erreichen, die beispielsweise zur Mittagswiesn kommen. Dabei richtet sich das Angebot ausdrücklich nicht nur an Menschen, die anschließend feiern wollen. Auch Impfwillige, die überhaupt keinen Wiesn-Besuch planen, seien eingeladen, den Impfservice auf dem Festgelände zu nutzen. Die Aktion ist Teil der stadtweiten Initiative „München impft“. Diese hat sich nach Angaben der Verantwortlichen zum Ziel gesetzt, schwerwiegende Erkrankungen und Komplikationen im Zusammenhang mit akuten Atemwegsinfektionen zu verhindern und gleichzeitig die Impfquoten entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, kurz STIKO, zu erhöhen. Dabei verweist die Initiative ausdrücklich auch auf mögliche Komplikationen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle im Zusammenhang mit akuten Atemwegsinfektionen. Hinter der Kampagne steht nicht allein die Stadt München: Unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek wird „München impft“ gemeinsam von der Landeshauptstadt sowie den beiden großen Münchner Universitätskliniken getragen. Beteiligt sind das LMU Klinikum mit Prof. Dr. Christian Schulz sowie das TUM Klinikum mit Prof. Dr. Christoph D. Spinner. Damit verbindet München seine traditionelle Wiesn in diesem Jahr unmittelbar mit einer groß angelegten Initiative zum Infektionsschutz.
Wer sich dagegen denkt: Wiesn ja, Impfung dort nein, soll weiterhin auf die bekannten Möglichkeiten zurückgreifen können. Die Impfungen gegen Grippe und COVID-19 werden nach Angaben der Stadt wie gewohnt auch in Hausarztpraxen und in Münchner Apotheken angeboten. Gleichzeitig will die Initiative weit über die eigentliche Impfstation hinaus Aufmerksamkeit schaffen. Auf der Internetseite „muenchen-impft.de“ informiert die Kampagne über ihre Angebote, während unter „muenchen-impft.de/mitmachen“ Münchnerinnen und Münchner, Betriebe und weitere Akteure dazu aufgerufen werden, eigene Social-Media-Testimonials zu veröffentlichen und die Aufklärungsarbeit aktiv zu unterstützen. München setzt damit auf eine Kombination aus Impfangeboten, öffentlicher Information und Social-Media-Kampagne – und macht dabei selbst vor dem Oktoberfest nicht halt. Zwischen Festzelten, Fahrgeschäften, Maßkrügen und Wiesn-Trubel wird die Wiesn-Wache damit erstmals auch zur Anlaufstelle für Menschen, die sich gegen Grippe oder Corona impfen lassen möchten. Die Botschaft der Stadt ist eindeutig: Wo besonders viele Menschen zusammenkommen, soll auch der Infektionsschutz sichtbar und möglichst einfach erreichbar sein. Ob Mitarbeiter des Oktoberfests, Besucher der Mittagswiesn oder Münchner ohne jede Absicht, anschließend ins Festzelt zu gehen – das Angebot soll nach Vorstellung der Stadt möglichst niedrigschwellig sein und ohne vorherige Terminvereinbarung funktionieren.
Schreibe einen Kommentar