NRW: Stadt- und Gemeinderäte in NRW sind überaltert!

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NRW – Ratsherren im Alter zwischen 56 und 70 Jahren dominieren die Parlamente in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens. Menschen, 40 Jahre alt und jünger sind ebenso unterrepräsentiert wie Frauen. Basis der Auswertung ist eine exklusive Recherche der WDR Lokalzeit. Dabei wurden die Geburtsjahrgänge von 87 Prozent aller Ratsmitglieder in NRW erfasst.

Demnach bestimmen ältere Männer maßgeblich die Entscheidungen auf kommunaler Ebene. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sind sie überproportional in den Räten vertreten, viele von ihnen sind weit über das Rentenalter hinaus dort aktiv. In den Stadt- und Gemeinderäten beträgt der Anteil der jungen Politiker, die 40 Jahre alt und jünger sind, im Durchschnitt nur etwa 11 Prozent.

Auch bei der Frauenquote spiegeln die Kommunalparlamente nicht die gesellschaftliche Realität. Die meisten Stadt- und Gemeinderäte liegen bei einem Anteil von 15 bis 35 Prozent Frauen. Nur ganz wenige kommen auf einen Wert von knapp mehr als 40 Prozent.

Was wünschen sich jüngere Ratsmitglieder?

Die elf Lokalzeitstudios des WDR haben zudem Online-Fragebögen an rund 1.430 jüngere Ratsmitglieder in NRW verschickt, die 1978 und später geboren sind. Knapp 700 von ihnen haben geantwortet. Die Möglichkeit, in ihrer Stadt etwas zu bewegen, ist für die meisten dieser Jüngeren mit Abstand die wichtigste Motivation, sich im Rat zu engagieren. Viele sind der Ansicht, dass es besser sei, sich einzubringen und die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten als zu meckern und die Entscheidungen anderen zu überlassen.

Bildung und Finanzen sind die Top Themen der meisten jungen Ratsmitglieder. Mehr als jeder Zweite betrachtet diese Themen als besonders wichtig. Knapp dahinter folgen Digitalisierung und Soziales.

Und dabei ist es anscheinend den jüngeren Politikern durchaus möglich, in ihrer Fraktion Einfluss zu nehmen. Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie in ihrer Fraktion gleichberechtigt sind. Ihre Meinung zu bestimmten Themen und Fragen zähle genauso viel wie die älterer Kolleginnen und Kollegen.

Dennoch ist knapp die Hälfte der Jüngeren der Meinung, dass der Altersdurchschnitt in „ihrem“ Rat zu hoch sei und dass es gut sei, wenn sich noch mehr Jüngere kommunalpolitisch engagierten.

Die vollständigen Ergebnisse der Recherche finden Sie hier: http://www.wdr.de/k/lokalpolitischjung