Özil-Skandal: Grindel – „Schande für den Deutschen Fußball-Bund“?

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Bielefeld. Die NRW-SPD hat im Konflikt um den früheren Nationalspieler Mesut Özil die Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kritisiert. In einem Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Donnerstag) sagte der Chef des größten SPD-Landesverbandes, Sebastian Hartmann, für eine erfolgreiche Europameisterschaftsbewerbung 2024 „braucht es Begeisterung und Zusammenhalt“. Als Führungsfigur wäre DFB-Präsident Reinhard Grindel „schon am Anfang der Krisen gefragt gewesen“. Grindel habe sich jedoch „überhaupt nicht eingebracht – und ich glaube nicht, dass er das plötzlich glaubwürdig vertreten könnte“.

Hartmann verlangte eine ausgeruhte Integrationsdebatte. „Das Thema ist zu wichtig für unser Land, um es allein Horst Seehofer zu überlassen“, sagte er mit Blick auf den CSU-Heimatminister, der im März gesagt hatte, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die Emotionen im Fall Özil zeigten, dass es eine Menge Konflikte gebe, sagte der Vorsitzende der NRW-SPD. „Wir sollten diese Debatte nicht gestresst führen, sondern mit optimistischen Blick auf eine gute Vereinbarung, wie wir miteinander leben wollen.“

Die nordrhein-westfälischen Grünen rechneten mit Özil ab. Dessen „Gepose mit dem Autokraten Erdogan war ein Fehler, der durch seine fehlende Selbstreflexion noch schlimmer wurde“, sagte die Landesvorsitzende der Grünen, Mona Neubaur der Neuen Westfälischen. Das rechtfertige aber nicht die „rassistischen Tiraden“, denen sich der Ex-Nationalspieler ausgesetzt gesehen habe. Zugleich übte Neubaur heftige Kritik an der DFB-Führung. Es sei „eine absolute Schande für den DFB, für die vielen tausend Fußballvereine, dass der amtierende Präsident seinem Job nicht nachkam und sich vor Özil gestellt hat“. Im Gegenteil habe er ihn „öffentlich angezählt und damit einen herben Rückschlag für die Integration mit zu verantworten“. Der weltweit größte Sportverband habe eine glaubwürdige Führung verdient – „Reinhard Grindel sollte seinen Teil dazu beitragen und den Rücktritt einreichen“.

 

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