Oldenburg: Verstoß gegen #Umweltbestimmungen im deutschen Küstenmeer durch Besatzung eines liberianischen Bulkcarriers

 

Bereits am 20.12.2018, vormittags, kam es in der dt. Bucht zu einer Gewässerverunreinigung durch Ladungsreste, die mit ca. 6000 cbm Seewasser vermischt und so durch die Besatzung eines liberianischen Bulkcarriers nach außenbords gepumpt worden sind. Das Schiff lag in der dt. Bucht, auf der dortigen Tiefwasser-Reede, vor Anker und wurde während eines Kontrollfluges durch einen Bundespolizeihubschrauber überflogen. Dabei stellte die Hubschrauberbesatzung fest, dass das Gewässer um das Schiff herum großflächig rotbräunlich verunreinigt wurde. Eine Nachfrage über Funk auf dem Seeschiff ergab, dass die Besatzung aus einem Laderaum ein ca. 6000 cbm betragenes Bauxitwassergemisch ungehindert nach außenbords gepumpt hatte. Anschließende Ermittlungen durch die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven ergaben, dass das Schiff, als letzten Entladehafen, aus Stade kommend, in der dt. Bucht vor Anker ging und das Waschwasser nach außenbords gepumpt hatte. Ein mit den weiteren Ermittlungen beauftragtes Küstenboot der niedersächsischen Wasserschutzpolizei konnte den Verursacher nicht mehr zeitnah in dt. Hoheitsgewässer anlaufen, da dieser mittlerweile „Anker auf“ ging und die Reise nach Dänemark/Russland fortsetzte. Aufgrund der Ladungshistorie gingen die Ermittler der Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven aber davon aus, dass das Schiff möglicherweise zeitnah wieder in die Bundesrepublik Deutschland einfahren werde, weil diese Ladungen auch in dt. Seehäfen zur Kraftwerksversorgung umgeschlagen werden müssen. Aus diesem Grunde wurde das Schiff mit einem Fahndungsalarm über die WSP-Leitstelle in Cuxhaven versehen, so dass man hier ein ständiges Bewegungsprofil des Schiffes hatte. Schließlich führte dies zum Erfolg und das Schiff lief am Wochenende den Hamburger Hafen an, ohne vorher einen Crewchange durchgeführt zu haben. Dort ging die Wasserschutzpolizei an Bord und führte weitere Ermittlungen durch, die letztendlich zu einem Strafverfahren gegen den 35-jährigen philippinischen Kapitän und den 39-jährigen 1. Offizier mit Sicherheitsleistungen in Höhe von je 8.000 Euro endeten.

Wasserschutzpolizeiinspektion