#Opfer #antisemitischer #Attacke spricht live bei stern TV: „Sowas passiert nicht zum ersten Mal. Man muss etwas dagegen tun“!

Köln – Das Video macht fassungslos: Ein junger Mann schlägt am helllichten Tag und mitten in Berlin mit einem Gürtel auf einen anderen Mann ein, weil der eine Kippa trägt. Live bei stern TV hat sich das Opfer des antisemitischen Angriffs, der 21-jährige Adam, zu dem Vorfall geäußert: „Das, was da gestern passiert ist, passiert nicht zum ersten Mal. Man muss etwas dagegen unternehmen“, sagte der Israeli im Gespräch mit Steffen Hallaschka.

Adam war am Dienstagabend gemeinsam mit einem Freund am Prenzlauer Berg unterwegs gewesen, als der Angreifer ihn immer wieder beschimpfte und wiederholt „Yahudi“ nannte – das arabische Wort für Jude. Schließlich nahm der Mann seinen Gürtel ab und schlug damit immer wieder auf Adam ein. Erst als ein Freund des Angreifers ihn festhält, lässt der Mann von Adam ab – eine einschreitende Passantin muss verhindern, dass der Mann sogar mit einer Flasche auf den Israeli losgeht. Neben den körperlichen Blessuren habe der Angriff Adam auch emotional getroffen: „Das hat mich seelisch sehr mitgenommen. Ich konnte nicht schlafen und hatte Schmerzen beim Aufstehen.“

Obwohl er selbst kein Jude ist, hatte Adam am Abend der Tat eine Kippa getragen – eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung. „Ich bin kein Jude, aber das Judentum ist sehr wichtig für mich. Ich bin in Israel geboren und aufgewachsen. Alle meine Freunde in Israel sind Juden, ich habe auch Verwandte, die Juden sind“, sagte der Israeli bei stern TV. Die Kippa habe er erst vor wenigen Tagen von einem Freund aus Israel geschenkt bekommen. „Er hatte noch gesagt, dass ich sie hier nicht tragen soll, weil das in Deutschland unsicher ist. Ich habe gelacht und ihm gesagt, dass das Quatsch ist.“ Dass er schon wenig später deswegen attackiert werden sollte, ahnte der 21-Jährige nicht.

Auf die Frage, ob er einen wachsenden Antisemitismus in Deutschland spüre, sagte Adam bei stern TV: „Auf jeden Fall. Das war ja nicht der erste Fall. Ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird.“ Er finde deshalb „sehr gut, dass der Vorfall so viel Aufmerksamkeit bekommt.“