Paris: Gelbwesten-Proteste: Augenzeuge beschreibt Moment, als Demonstrant seine Hand verlor

 

Am 10.02.2019 veröffentlicht

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Der Augenzeuge berichtete, wie ein Teilnehmer des gestrigen Aufmarsches der Gelbwesten in Paris seine Hand verlor, nachdem er angeblich eine Polizeigranate in die Hand genommen hatte. Der Augenzeuge Cyprien Royer sagte, dass der Verletzte lediglich am Beobachten war, wie eine Gruppe schwarz Vermummter versuchte, auf das Gelände der Nationalversammlung einzudringen. Laut Royer erschien die Polizei und begann, Granaten zu werfen. „Eine Granate landete direkt zu seinen Füßen, er wollte sie reflexartig mit der Hand wegstoßen, er berührte sie und die Granate explodierte“, erklärte Royer. „Er hielt sich an uns fest. Wir brachten ihn zu einer Mauer, da wo keine Menschen standen. Er schrie, schrie, er war in so einem Zustand. Wir riefen die „Straßensanitäter“, viele Leute kamen dazu. Zuerst verstanden sie nicht, dass seine Hand weggeblasen wurde, sie dachten, es sei nur eine Verletzung“, sagte Royer. Vor dem tragischen Vorfall setzte die Polizei massiv Tränengas ein, um die Demonstranten von der Nationalversammlung in Paris zu vertreiben. Dabei kam es zu heftigen Szenen, in deren Folge Fahrzeuge angezündet, Fenster eingeschlagen und Gebäude beschädigt wurden. Auch der prominente Aktivist der Gelbwesten-Bewegung, Jerome Rodrigues, meldete sich zu Wort und teilte die Forderungen der Demonstranten in einem Interview. „Wir fordern heute dasselbe: In Würde von unserem Gehalt zu leben und im Allgemeinen in Würde in Frankreich zu leben, eine neue Form der Demokratie einzuführen, weil das System der französischen Institutionen veraltet ist, Vergünstigungen abzuschaffen, was bedeutet, dass wir mit den Machthabern gleichgestellt werden müssen“, erklärte der Aktivist Jerome Rodrigues. Rodrigues gilt weithin als Aushängeschild innerhalb der Bewegung. Seine Bekanntheit wurde dadurch erhöht, als er vor laufender Kamera von einem von der Polizei abgeschossenen Projektil im rechten Auge verletzt wurde. Ob das Auge gerettet werden kann, ist bisher noch unklar. Die 13. Gelbwesten-Demonstration fand nur wenige Tage nach der Verabschiedung eines Gesetzes zur Bekämpfung von „Hooliganismus“ statt, das sich gegen die Bewegung der Gelbwesten richtet. Der Gesetzentwurf macht es für Demonstranten illegal, ihr Gesicht zu verbergen, um die Identifizierung und Verfolgung von Randalierern zu erleichtern. Nach Angaben des französischen Innenministeriums nahmen insgesamt 51.400 Menschen an den Protesten der Gelbwesten am Samstag teil, davon rund 4.000 in Paris. Aufnahmen: Ruptly/RT France