Patientenbeauftragte für Widerspruchslösung bei Organspenden

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Zur Überwindung des Organspende-Notstandes hat die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), eine Widerspruchslösung gefordert, bei der Spender oder deren Angehörige eine Entnahme ablehnen müssen. „Angesichts der vielen tausend Menschen, die in Deutschland verzweifelt auf ein Spenderorgan warten, halte ich diese Pflicht für zumutbar“, sagte Schmidtke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Man dürfe dabei nicht vergessen, „dass jeder von uns schon morgen in diese Situation kommen und auf ein Organ angewiesen sein könnte“. Auch bei einer Widerspruchslösung „bleibt die Spende wie bisher freiwillig“, sagte die Herzchirurgin und Bundestagsabgeordnete weiter. „Jede Person hat die Möglichkeit, einer Organspende einfach und unbürokratisch zu widersprechen.“ Auch wenn sie „klar für die Widerspruchsregelung“ sei, respektiere sie die Gegenpositionen und hoffe auf eine „Auseinandersetzung mit Fairness“ im Bundestag und eine „Grundsatzentscheidung“. Schmidtke sagte: „Das sind wir den vielen Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, einfach schuldig.“