„Politik sollte sich an die eigene Nase fassen“ bpa-Präsident kritisiert Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung!

Pflegebevollmächtigten

 

Auf die Äußerungen des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus, für viele kleine und mittelständische Pflegeunternehmen bedürfe es eines „Impulses von außen“, um gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, reagiert Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), mit scharfer Kritik: „Unsere Mitglieder, die ganz überwiegend mittelständisch geprägt sind, haben in den letzten Jahren mit dafür gesorgt, dass 100.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Pflege geschaffen wurden. Westerfellhaus behauptet, Pflegeeinrichtungen, die ihre Mitarbeiter wertschätzen würden, hätten keine Probleme mit dem Fachkräftenachwuchs. Das bedeutet im Umkehrschluss, Einrichtungen mit Fachkräftemangel hätten keinen wertschätzenden Umgang“, so Meurer, der hinzufügt, diese unreflektierten Äußerungen des Pflegebevollmächtigten seien ein Affront gegen diejenigen, die dafür sorgen, dass die Pflege in unserem Land immer noch flächendeckend gewährleistet ist.

Das von Westerfellhaus gestartete Projekt zur Umsetzung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege unterstützt Meurer grundsätzlich und sagt zu, es zu unterstützen. Jedoch stünde der Politik etwas mehr Selbstkritik gut zu Gesicht. Schließlich gehe es in erster Linie um die Schaffung von besseren Rahmenbedingungen in der Pflege – und dafür zeichne die Politik verantwortlich.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.