Politikreport: #Trennung von #Kirche und #Staat: EKD-Präses meint, „Kirche muss politisch sein“

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Kirche darf nicht nur, sie muss politisch sein. Das sagt Irmgard Schwaetzer, Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, im heute.de-Interview. „Für jeden, der das Neue Testament liest, gibt es keine Alternative dazu“, so Schwaetzer. Allerdings seien damit keine parteipolitischen Vorgaben von der Kanzel gemeint. Nächstenliebe, Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung hätten politische Auswirkungen. „Davon müssen wir reden.“ Der Vorwurf, die EKD bilde eine Art Einheit mit SPD und Grünen, sei „völlig falsch“, so Schwaetzer. „Ich erlebe es täglich anders.“ Parteipolitik spiele zum Beispiel bei den Synoden „wirklich keine Rolle“.

Die FDP-Politikerin widerspricht damit „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt, der eine Debatte über politische Predigten ausgelöst hatte. Heiligabend hatte er getwittert: „Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte jüngst, mit der Bergpredigt lasse sich das Land nicht regieren.

Der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), hatte zudem am Donnerstag den Kirchen vorgeworfen, ihre Diskussionen seien für viele Ostdeutsche lebensfremd. Dem widerspricht Schwaetzer. „Ich kann mir nicht vorstellen, was er damit meint.“ Vor allem die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz habe sich „intensiv“ mit den Folgen des Braunkohleabbaus beschäftigt, über die Flüchtlingspolitik werde in den Gemeinden „regional unterschiedlich“ diskutiert. „Kirche ist Teil dieser säkularen Gesellschaft, und deswegen müssen wir die Themen auch in unseren eigenen Reihen diskutieren“, so Schwaetzer.

Das vollständige Interview ist ab Freitag, 30. März 2018, 8.00 Uhr, auf www.heute.de zu lesen.