Rüsselsheim: Opel wie lange noch?

Ein paar Montagewerke sollen übrigbleiben, wo Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor Fahrzeuge des französischen Konzerns zusammenschrauben und zum Schluss noch den Opel-Blitz draufkleben. Darauf läuft es hinaus, wenn man ernst nimmt, was Arbeitnehmervertreter am Freitag über den Kampf um die Sanierung des Unternehmens glaubhaft versichert haben. Solch ein Konzept kann sogar eine gewisse Plausibilität haben. Allerdings ist zumindest Tavares Weg zu diesem Ziel höchst fragwürdig. Er setzt auf eine bei Managern äußerst beliebte Methode: Er verheimlicht, so lange wie es geht, worauf er wirklich hinaus will. Das soll dazu dienen, den Beschäftigten scheibchenweise immer mehr Zugeständnisse abzuverhandeln. Opel-Betriebsrat und die IG Metall haben die Salamitaktik nun durchschaut. Jetzt droht ein erbitterter Kampf über Monate, der letztlich nur Verlierer kennen wird.

 

Mitteldeutsche Zeitung