Schweinfurt: Nach Auseinandersetzung in Asylbewerberunterkunft – Ermittlungskommission eingerichtet – verstärkte Polizeipräsenz


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SCHWEINFURT. Nach der Auseinandersetzung zweier Personengruppen in der Erstaufnahmeeinrichtung am Montagabend hat die Schweinfurter Polizei zur Aufklärung der Hintergründe und Straftaten eine Ermittlungskommission eingerichtet. Außerdem werden in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken die Sicherheitsmaßnahmen intensiviert.

Wie bereits berichtet, war es am Montagnachmittag, gegen 15.30 Uhr, auf dem Areal der Erstaufnahmeeinrichtung zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen armenischen und somalischen Asylbewerbern gekommen. Vermutlich waren ursprünglich zwei Personen in Streit geraten, weitere hatten sich solidarisiert. Zwei Armenier erlitten als Folge der Auseinandersetzung leichte Verletzungen und wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Die Schweinfurter Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Die Personen zeigten sich unkooperativ und trugen nicht zur Sachverhaltsaufklärung bei.

Gegen 18.30 Uhr fielen dem Sicherheitsdienst drei zuvor Tatbeteiligte auf, die sich erneut aggressiv zeigten. Die Polizei nahm das Trio in Sicherheitsgewahrsam. Gegen 22.00 Uhr kam es dann zu der bereits geschilderten Auseinandersetzung zwischen insgesamt etwa 30 Personen, bei der u.a. Schlagwerkzeuge und Steine eingesetzt worden sein sollen. Ein Mann erlitt eine Platzwunde. Bei Eintreffen der Ordnungshüter mit einem Großaufgebot war die Auseinandersetzung bereits beendet, die Stimmung unter den Bewohnern jedoch noch sehr aufgeladen und angespannt. Die Polizei trennte die Gruppen und durchsuchte die Gebäude nach Verletzten und Beweismitteln. Dabei wurden mehrere Teile aus Bettgestellen sowie mit Sand gefüllte Kunststoffflaschen und zerbrochene Glas- und Porzellangefäße aufgefunden, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung stehen dürften. Eine weitere, leicht verletzte Person wurde zur Behandlung an den Rettungsdienst übergeben.

Zur Aufklärung der begangenen Straftaten hat die Polizeiinspektion Schweinfurt eine Ermittlungskommission eingerichtet. Die strafrechtlichen Ermittlungen laufen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt u.a. wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des (schweren) Landfriedensbruchs und der Bildung bewaffneter Gruppen. Dabei wird auch weiterhin großer Wert auf die stets zügige Vorlage und Abarbeitung der Vorgänge gelegt.

In enger Abstimmung mit der für die Erstaufnahmeeinrichtung zuständigen Regierung von Unterfranken wurde u.a. die Polizeipräsenz vor Ort erhöht und weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Außerdem wird geprüft, inwiefern es möglich ist, Personen in eine andere Unterkunft zu verlegen. Mit den beteiligten Gruppen wurden eindringliche Gespräche geführt. Die Polizei machte dabei deutlich, dass sie keinerlei Auseinandersetzungen duldet und konsequent gegen Straftäter einschreiten wird.

Hintergrund

Soweit es in der Vergangenheit in Asylbewerberunterkünften zu Streitigkeiten kam, ging es zumeist um vermeintliche Nichtigkeiten, wie Streit über das Essen, in der Küche oder sonstige eher banale Gründe. Menschen unterschiedlicher Kulturen leben dort oft für längere Zeit auf engem Raum zusammen. Konflikte lassen sich deshalb nie ganz vermeiden.

In der Erstaufnahmeeinrichtung im Kasernenweg sind derzeit 603 Asylbewerber untergebracht. Dabei handelt es sich im Vergleich zur früheren Zusammensetzung vorrangig um somalische Staatsangehörige (315) und Personen aus Armenien (188). Daneben befinden sich noch 29 Bewohner aus Afghanistan und 12 aus Syrien in der Unterkunft. Insbesondere das Zusammentreffen der erst genannten beiden großen Gruppen stellt im Vergleich zu früher aktuell ein besonderes Konfliktpotenzial dar.

Nicht nur aufgrund dieses Vorfalls finden und fanden in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken immer wieder präventivpolizeiliche Kontrollaktionen statt.

Abschließend betont die Polizei, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, der Asylsozialberatung und der ehrenamtlich Engagierten hervorragend funktioniert. Es wurden bewährte Arbeitsabläufe im Laufe der Zeit etabliert, die auch für ein grundsätzlich sehr hohes Sicherheitsniveau gesorgt haben.

Bereits erstellte Pressemeldung

 

Auseinandersetzungen in Erstaufnahmeeinrichtung – Personengruppen attackierten sich

SCHWEINFURT. In der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Schweinfurt kam es am Montagabend zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen aus Armenien und Somalia. Die Polizei rückte mit zahlreichen Einsatzkräften an. Bereits am Nachmittag hatte es Streit unter den Bewohnern gegeben.

Gegen 22:00 Uhr wurde der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eine Schlägerei auf dem Gelände der Asylbewerberunterkunft im Kasernenweg gemeldet. Über 30 Personen sollten hier aufeinander losgehen und hierbei auch Eisenstangen und Steine einsetzen. Die Polizeiinspektion Schweinfurt rückte mit einer Vielzahl von Streifenbesatzungen an und erhielt dazu weitere Unterstützung von Diensthundeführern und den Einsatzzügen aus Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg sowie auch von Polizisten aus Oberfranken.

Beim Eintreffen der ersten Streifen war die Auseinandersetzung bereits beendet, die Stimmung unter den Bewohnern jedoch noch sehr aufgeladen und angespannt. In einem Gebäude stießen die Beamten auf einen Mann mit einer stark blutenden Kopfverletzung. Er wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses jedoch bereits in der Nacht wieder verlassen. Die eingesetzten Polizeibeamten stellten die Trennung der beteiligten Personengruppen sicher und durchsuchten Gelände und Räume nach Beweismitteln und weiteren Geschädigten. Hierbei wurden mehrere Eisenstangen sowie mit Sand gefüllte Kunststoffflaschen und zerbrochene Glas- und Porzellangefäße aufgefunden, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung stehen dürften. Eine weitere, leicht verletzte Person wurde zur Behandlung an den Rettungsdienst übergeben.

Bereits am Nachmittag war es in der Einrichtung zu einer Schlägerei zwischen armenischen und somalischen Asylbewerbern gekommen. Hierbei waren zwei Personen leicht verletzt worden. Dieser erste Konflikt konnte von Einsatzkräften der Polizeiinspektion Schweinfurt beendet und die Beteiligten getrennt werden. Nachdem drei Beteiligte später erneut auffällig wurden, wurden diese in Gewahrsam genommen. Am Abend flammte dann der Konflikt vom Nachmittag erneut auf. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Streitigkeiten und zu deren Verlauf führt die Polizeiinspektion Schweinfurt.

Nach dem Ende des Polizeieinsatzes verblieben einige Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden in der Erstaufnahmeeinrichtung, um erneute Auseinandersetzungen zu verhindern.


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