Städte-und Gemeindebund: Bund muss für gute #Kitas mehr Geld ins System pumpen!

„Die bis 2021 zugesagten 3,5 Milliarden Euro reichen nicht“ – Kritik an „Alles zum Nulltarif“ -Ankündigungen der Familienministerin

Osnabrück. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Bundesregierung aufgefordert, zur Finanzierung guter Kitas „mehr Geld ins System“ zu pumpen. „Der Bund steht massiv in der Pflicht, den immensen Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen zu decken und die Verbesserung der Qualität zu gewährleisten“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

Die im Koalitionsvertrag bis 2021 zugesagten 3,5 Milliarden Euro reichten bei Weitem nicht aus, um die Zusagen zu finanzieren. Auch für die neue Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gelte der Maßstab: „Nicht das Erzählte reicht, sondern das das Erreichte zählt.“ Giffey sollte nichts versprechen, was der Bund nicht halten könne, kritisierte Landsberg die „Alles zum Nulltarif“-Ankündigungen der Ministerin. „Mit Vollkasko-Mentalität lösen wir die Probleme nicht“, warnte der Hauptgeschäftsführer unter Hinweis auf aktuelle Erhebungen des Deutschen Jugendinstituts. Danach werden in Deutschland bis 2025 über 700.000 Plätze zusätzlich in der Kindertagesbetreuung und 492.000 Plätze für Grundschulkinder benötigt.

Der Städte- und Gemeindebund erwartet, dass gut oder sehr gut verdienende Eltern im Interesse an Kitas in sehr guter Qualität auch zur Zahlung höherer Beiträge bereit sind. Geringer verdienende Eltern dürften von höheren Beiträgen nicht betroffen sein, betonte Landsberg. „Klar ist, dass der Bund den Eltern nicht immer neue Versprechungen machen sollte, ehe die bestehenden Zusagen auch eingelöst werden konnten“, betonte er.

 

Neue Osnabrücker Zeitung