Terror-NEWS: Deutschland auf Gift-Terror nicht vorbereitet!

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Oberster Bevölkerungsschützer: Deutschland auf Gift-Terror nicht vorbereitet

Bundesamtspräsident Unger warnt – „Der Fall Köln zeigt, dass die Gefahr real ist“

Osnabrück. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt nach dem Rizin-Fund von Köln, dass Deutschland nicht ausreichend auf Terroranschläge mit Giftstoffen oder Kriegswaffen vorbereitet ist. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) sagte BBK-Präsident Christoph Unger: „Hinsichtlich der aktuellen Terrorgefahren muss Deutschland dringend Maßnahmen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz treffen.“

Der Einsatz von biologischen oder chemischen Kampfstoffen wie er offenbar in Köln mit Rizin geplant war, träfe viele Einsatzkräfte in Deutschland unvorbereitet. „Bei Feuerwehren, aber auch in Krankenhäusern und Rettungsdiensten fehlt es hier an Expertise“, sagte Unger. Dass die Gefahr real sei, habe die Razzia im Rheinland aber auch der Nowitschok-Fall in England gezeigt. Das gelte auch für den Einsatz von Kriegswaffen wie etwa bei den Terroranschlägen 2015 in Paris, als Terroristen mit Kalaschnikows schossen. „So eine Kriegswaffe verursacht ganz andere Verletzungen als eine Pistole. Darauf müssen Rettungskräfte vorbereitet werden“, sagte Unger. Dazu brauche es eine Ausbildung und spezielle Ausrüstung auf Rettungswagen. Deutschland müsse insgesamt besser werden.

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Bundesamt für Katastrophenhilfe: Deutsche Bevölkerung schlecht auf Krisen vorbereitet

Präsident warnt vor steigenden Gefahren – Empfehlungen für Bevorratung werden überarbeitet

Osnabrück. Deutschlands oberster Bevölkerungsschützer warnt, dass die Bundesrepublik nicht auf die steigenden Gefahren durch Klimawandel, Hackerangriffe oder Terror vorbereitet ist. Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sagte im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag): „Die Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeiten der deutschen Bevölkerung für den Krisen- oder Katastrophenfall sind unzureichend.“ Dabei steige beispielsweise im Zuge des Klimawandels das Risiko von Hitzeperioden oder anderen Unwettern. „Ich sehe Nachholbedarf, was die Infrastruktur angeht. Sind Strommasten robust genug, ist die Trinkwasserversorgung sicher genug für stärker werdende Unwetter?“, fragte der Behördenchef. „Fest steht: Es wird insgesamt ungemütlicher.“

Bei einer Krise müssten die Menschen Eigenverantwortung übernehmen und sich selbst versorgen können. „Es reicht nicht aus, im Ernstfall mit dem Finger auf den Staat zu zeigen. Die Erwartung ist unrealistisch, dass der Staat im Krisenfall schon alles managen werde“, so Unger. Das Bundesamt empfiehlt derzeit noch, Lebensmittelvorräte für zwei Wochen zu Hause vorzuhalten – etwa 28 Liter Wasser pro Person. Unger räumte ein, dass die wenigsten Bürger solche Mengen mangels Stauraum lagerten. Daher werde seine Behörde die Empfehlung auf einen Bedarf für zehn Tage reduzieren. Er bemängelte zudem, dass viele Bürger nicht wüssten, wie Erste-Hilfe funktioniert oder ein Feuer effektiv gelöscht wird. Unger: „Es geht aber auch um Nachbarschaftshilfe.“ Es müsse klar sein, ob Nachbarn im Notfall Hilfe bräuchten.

 

Neue Osnabrücker Zeitung