Tierschutz-Skandal? Sollen Tierärzte keine Tierschützer (mehr) sein?

 

Tierarzt

Sollen Tierärzte keine Tierschützer (mehr) sein?

Seit 2012 diskutiert die deutsche Tierärzteschaft in teils heftigen
Auseinandersetzungen darüber, (Anhang1 3 4 (nä. Mail)) ob Tierärzte
noch „berufene Tierschützer“ sein sollen oder nicht. Die Tierärztinnen
und Tierärzte hatten bis 2012 den Satz „der Tierarzt ist der berufene
Schützer der Tiere“ in ihrer Berufsordnung stehen. Mit vordergründigen
Behauptungen war dieser Berufsauftrag gestrichen worden. Nach heftigen
Protesten dagegen gab es eine Ersatzformulierung, die aber nicht als
vollwertiger Ersatz angesehen wird. Dabei ist schon die Frage „wie“
dieser Satz zu verstehen sei, strittig. Ist er normativ, also als
Auftrag im moralischen Sinne, oder lediglich beschreibend zu werten? Es
ist bekannt, dass Tierärzte diesem Auftrag leider immer wieder nicht
nachkommen; die Gründe dafür sind vielfältig.

Als Folge der Diskussionen haben die Tierärzte ihre erste eigene
Berufsethik geschrieben. Dazu wurde eine 7 köpfige Kommission gebildet,
die 3 Jahre an dem Text gearbeitet hat. Wie so oft wurde man aber zu dem
terminierten Zeitpunkt nicht fertig, so dass zunächst nur ein
sogenannter 2seitiger Allgemeiner Teil verabschiedet wurde, mit der
Ankündigung, die unfertigen, sogenannten Speziellen Teile später
nachliefern zu wollen.

 

Tierarzt

 

Die Verabschiedung dieser Allgemeinen Ethik fand 2015 durch das Gremium
statt, das von Anfang an dafür vorgesehen war: den sogenannten
„Deutschen Tierärztetag“; die höchste berufspolitische Veranstaltung,
die es für die Tierärzteschaft gibt und die nur alle 3 Jahre tagt. Auf
dieser Veranstaltung werden tierärztlich brisante Themen diskutiert und
Handlungsaufträge für die Zukunft verabschiedet. Nur dort hat jede
Tierärztin und jeder Tierarzt gleichermaßen Rede- und Antragsrecht, kann
die tierärztliche Berufspolitik also persönlich mitbestimmen.

Dieses basisdemokratische Vorgehen soll jetzt hintergangen werden um
„geheime Texte“ sozusagen durch die Hintertür genehmigen zu lassen.
Korrekter Weise müssten die Speziellen Teile der Ethik, an denen seit
2013 geschrieben wird, genauso wie die Allgemeinen Teile, wieder von dem
Gremium „Deutscher Tierärztetag“ verabschiedet werden, damit alle
Tierärztinnen und Tierärzte noch mal die Möglichkeit erhalten, sich
einzubringen. Weil Widerstand gegen die neuen Texte erwartet wird,
sollen diese „Ausführungsverordnungen zur Ethik“ jetzt durch die
Hintertür von nicht einmal Hundert Tierärzten in einer nicht
öffentlichen Sitzung verabschiedet werden. In diesen Texten war z. B.
schon niedergelegt, dass Wurst für Tierärzte eine höhere Priorität haben
solle, als lebende Tiere. Der Streit um derlei nicht nachvollziehbare
Prioritätensetzung eskalierte mit Sätzen wie „Tierarzt + Tierschutz =
Nazi“ (DTBl 9/2015)

Brisant: der Leiter der Ethik-AG der Bundestierärztekammer (BTK), Herr
Prof. Blaha hat als gleichzeitiger Präsident der Tierärztlichen
Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) den Arbeitskreis
Tierschutzethik mit ca. 70 Mitgliedern in seinem eigenen Verein
rechtswidrig verbieten lassen, weil dieser ebenfalls gegen formale und
inhaltliche Vorgänge protestierte. Ein diesbezügliches Gerichtsverfahren
wartet nach seiner Vertagung vom Mai 2016, kurz vor der
Mitgliederversammlung (Anhang 2), auf einen neuen Termin in Frankfurt a.
M..

Am kommenden Wochenende soll die Abstimmung stattfinden.

 

Weiterer Link zur Info Ethik der Tiermedizin: 

file:///C:/Users/Dirk/Downloads/TEIRethik%20Luy_Bundestier%C3%A4rztekammer%20und%20Ethik%20(2).pdf

 

 

 

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