Umfragetrend: Markus Söder Deutschlands unbeliebtester Ministerpräsident!

Markus Söder

Urheber: mlucan / 123RF Standard-Bild
Markus Söder, Urheber: mlucan / 123RF Standard-Bild

 

Wer ist Deutschlands beliebtester Ministerpräsident? forsa hat für das RTL/n-tv-Trendbarometer über 7.000 Wahlberechtigten die Frage gestellt: „Sind Sie mit der Arbeit Ihres Ministerpräsidenten zufrieden oder nicht zufrieden?“ Der Grüne Winfried Kretschmann liegt nach wie vor mit großem Abstand auf Platz 1 – 74 Prozent der Baden-Württemberger sind mit seiner Arbeit zufrieden, lediglich 22 Prozent sind nicht zufrieden. Daniel Günther, erst seit einem Jahr Regierungschef in Schleswig-Holstein, erobert Platz 2. Zwei Drittel der Befragten im nördlichsten Bundesland (66%) sind mit ihm zufrieden, 26 Prozent sind nicht zufrieden. Platz 3 für den Niedersachsen Stephan Weil (60% zufrieden, 33% nicht zufrieden). Platz 4 für Malu Dreyer, Rheinland-Pfalz (58% zufrieden, 36% nicht zufrieden). Platz 5 für Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommern (53% zufrieden, 39% nicht zufrieden). Platz 6 für den Linken Bodo Ramelow in Thüringen (53% zufrieden, 43% nicht zufrieden). Platz 7 für den Sachsen Michael Kretschmer, seit sieben Monaten im Amt (45% zufrie-den, 39% nicht zufrieden).

Die Regierungsarbeit der übrigen Ministerpräsidenten wird überwiegend kritisch bewertet. Das betrifft den Hessen Volker Bouffier (44% zufrieden, 48% nicht zufrieden), den Brandenburger Dietmar Woidke (44% zufrieden, 46% nicht zufrieden), den Nordrhein-Westfalen Armin Laschet (40% zufrieden, 51% nicht zufrieden), Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt (39 % zufrieden, 55% nicht zu-frieden) und den Saarländer Tobias Hans (34 % zufrieden, 37% nicht zufrieden). 29 Prozent der Befragten allerdings können den Christdemokraten, der erst seit vier Monaten im Amt ist, noch gar nicht einschätzen. Die mit Abstand schlechteste Bewertung erntet der bayerische Ministerpräsident Markus Söder: 64 Prozent seiner Landsleute sind mit seiner Regierungsarbeit unzufrieden, nur 31 Prozent äußern sich zufrieden. Gegenüber dem Juni hat Söder sieben Prozentpunkte an Zu-stimmung eingebüßt. In neun Bundesländern sind die Bürger mit der Arbeit des Ministerpräsidenten zufriedener als mit der Landesregierung insgesamt. In Bayern, Hessen und im Saarland wird die Leistung der jeweiligen Landesregierung höher eingeschätzt als die des Regierungschefs.

Gefragt wurde in allen Bundesländern mit Ausnahme der drei Stadtstaaten. Der Grund: Die Regierungschefs von Berlin, Hamburg und Bremen werden von der Bevölkerung als Bürgermeister (wie in allen anderen urbanen Metropolen) und nicht als Ministerpräsidenten wahrgenommen. forsa-Chef Prof. Manfred Güllner: „Der Shooting-Star unter den Länderchefs ist Daniel Günther. Er erhält nicht nur die höchsten Zufriedenheits-Werte aller CDU-Ministerpräsidenten, sondern könnte auch nach Höherem streben: 42 Prozent der Schleswig-Holsteiner und zwei Drittel der dortigen CDU-Anhänger halten ihn für geeignet, einmal das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen.“

CSU schadet der Union

Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer bleibt auch in der ersten August-Woche die politische Stimmung in Deutschland weitgehend stabil. Die Union verliert einen Prozentpunkt, die FDP legt um einen Prozentpunkt zu. Die Werte für die anderen Parteien bleiben unverändert. Das Abrutschen der Union wird vor allem durch die Schwäche der CSU verursacht. Während die CDU ihr Bundestags-Ergebnis von 2017 (26,8%) in etwa halten kann, kommen die Christsozialen bundesweit nur noch auf etwas mehr als 4 Prozent (2017: 6,2%).

Wenn jetzt der Bundestag neu gewählt würde, ergäbe sich folgende Stimmverteilung: CDU/CSU 31 Prozent (Bundestagswahl 32,9%), SPD 18 Prozent (20,5%), FDP 10 Prozent (10,7%), Grüne 13 Prozent (8,9%), Linke 9 Prozent (9,2%), AfD 14 Prozent (12,6%). 5 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). 26 Prozent der Wahlberechtigten sind unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler: 23,8%).

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Derzeit wird wieder gern von einem ‚historischen Tief‘ der Union geredet. Das ist eine dramatische Überspitzung der nicht sonderlich guten Umfragezahlen. Dabei wird gern übersehen, dass die Schwäche der Union fast ausschließlich durch das Abrutschen der CSU verschuldet wird. Außerdem gab es schon schlechtere Werte für die Unionsparteien: im Februar 2000 erreichten sie zum Beispiel nur 26 Prozent (wegen Helmut Kohls Spendenaffäre), im November 2006 nur 28 Prozent (nach einem Jahr Kanzlerschaft Merkel).“

Die Meldungen sind mit der Quellenangabe RTL/n-tv-Trendbarometer frei zur Veröffentlichung.

Die Daten zur Zufriedenheit mit der Arbeit der Ministerpräsidenten in den einzelnen Bundesländern wurden vom 25. Juli bis 2. August 2018 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 7.470 Befragte. Befragt wurden in allen Bundesländern (mit Ausnahme der drei Stadtstaaten) jeweils mehr als 500, in Bayern mehr als 1.000 Wahlberechtigte. Statistische Fehlertoleranz: 3 bis 4 Prozentpunkte.

Die Daten zur Parteienpräferenz wurden vom 30. Juli bis 3. August 2018 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 2.508 Be-fragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

 

Mediengruppe RTL Deutschland / n-tv-Trendbarometer