Unterschutzstellungen: Niedersachsen nimmt fast 4000 Kinder und Jugendliche aus Familien in Obhut!

Unterschutzstellungen

 

Zahl der Unterschutzstellungen in den vergangenen Jahren stark angestiegen

Osnabrück. Niedersachsens Jugendämter haben im vergangenen Jahr 5321 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf noch unterveröffentlichte Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik. Damit hat sich die Zahl der in Schutz genommenen Kinder binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2007 zählten die Statistiker landesweit noch 2227 Fälle.

Im Vergleich zum Jahr 2016, als die Statistiker 8347 Fälle registrierten, ging die Gesamtzahl zwar deutlich zurück. Dies liegt aber vor allem an der Inobhutnahme von mutmaßlich minderjährigen Flüchtlingen im Zuge der Flüchtlingskrise. Unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) werden ebenfalls von den Jugendämtern in die Betreuung aufgenommen. Im vergangenen Jahr waren dies 1360 Personen, 2016 insgesamt 4365. Zieht man die überwiegend männlichen Umas ab, kommt man für 2017 auf 3961 Fälle von Unterschutzstellung durch Jugendämter, 2016 waren es mit 3982 Kindern und Jugendlichen etwa gleich viele. Damit stabilisieren sich die Fallzahlen nach einem drastischen Anstieg im Jahr 2016 (plus 20,4 Prozent) auf einem hohen Niveau.

Zu den Fällen gehört auch ein drastischer Fall von Misshandlung im emsländischen Emsbüren. Dabei soll eine Frau ihren Sohn jahrelang misshandelt haben. Demnach musste der Junge sich in Müllsäcke kleiden und auf dem Boden schlafen.

 

Neue Osnabrücker Zeitung