Unzensiert! Leserbrief: Ulvi Kulac und kein Ende?

By behoerdenstress13

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Ulvi Kulac und kein Ende

Dass Ulvi Kulac trotz des Freispruchs vom Mordvorwurf im Mai vergangenen Jahres nunmehr mindestens ein weiteres Jahr in der geschlossenen Psychiatrie verbleiben muss, erfordert es, zumindest drei Fragen zu beleuchten. Warum ist er in diese Anstalt gekommen? Warum muss er so lange dort bleiben? Welche Rolle spielt im strafrechtlichen Zusammenhang seine geistige Behinderung?

Zunächst ist daran zu erinnern, dass Ulvi vom Landgericht Hof wegen Mordes verurteilt wurde. Das Gericht war der Ansicht, dass diesen Mord u.a. deswegen begangen hat, um damit eine Vergewaltigung zu vertuschen. Mit dem Freispruch vom Mord in der Revisionsverhandlung ist aber auch das besagte Motiv hinfällig, will heißen: ohne Mord auch keine Kausalkette Vergewaltigung – Mord. Logischerweise entfällt damit auch der gravierendste Vorwurf der ihm zur Last gelegten sexuellen Missbräuche. Ulvi befindet sich seit nunmehr 13 Jahren in der Obhut des Maßregelvollzugs. Er muss verbleiben, weil trotz dieser langen Zeit die „therapeutischen Ziele noch nicht erreicht“ worden sind. Die Frage nach einer Konkretisierung der zu erreichenden Ziele geht einher mit der Frage nach der gutachterlichen Begründung des weiteren Aufenthalts.

Ein solches Gutachten ist intern von der Psychiatrie erstellt worden. Gerade die vielfach verwendeten objektiven Fremdbeurteilungsinstrumente weisen aus, dass von Ulvi in Zukunft eine geringe Gefahr ausgehen wird. Dennoch wird für einen Verbleib votiert zum Beispiel mit dem Argument, dass Ulvi keine Berufsausbildung hat. Meiner Ansicht nach ist allein damit belegt, dass die geistige Behinderung von Herrn Kulac in den gesamten Verfahren eine viel zu geringe Gewichtung erfuhr. Dabei weist das Grundgesetz im Artikel 3 der Bundesrepublik Deutschland aus, dass niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Ein weiterer Fall für die deutsche Justiz?

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