WahlTrend: CDU soll Partei der Mitte bleiben – Merz bei Frauen und jungen Wählern wenig beliebt!

WahlTrend

Deutsche gegen Rechtsschwenk der CDU

In der CDU wird heftig über den zukünftigen Kurs der Partei diskutiert. Während Friedrich Merz und Jens Spahn fordern, dass der konservative „Markenkern“ der alten CDU wieder betont werden müsse, warnen andere – wie die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein – vor einem „Rechtsruck“ und einem Bruch mit dem „Kurs der Mitte“. Eine klare Mehrheit (63%) der Bundesbürger hält es laut aktuellem RTL/n-tv-Trendbarometer für falsch, wieder stärker die konservativen Werte zu betonen (das meinen nur 29%). Sie wollen, dass die CDU Merkels Modernisierungskurs fortsetzt und eine Partei der Mitte bleibt. Mit großer Mehrheit sprechen sich alle Bevölkerungsgruppen für eine Beibehaltung des Mitte-Kurses der CDU aus. Auch von den CDU- und CSU-Anhängern halten diesen Kurs 65 bzw. 60 Prozent für richtig. Lediglich die meisten Anhänger der AfD (74%) würden eine konservativere Ausrichtung begrüßen.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Ein Blick auf die Wahlergeb¬nisse zeigt, wie falsch eine Orientierung an der Vergangenheit für die CDU wäre, denn als der Wertkonservative Helmut Kohl Kanzler war, ist die Wählersubstanz der Union von 43,1 Prozent aller Wahlberechtigten bei der ersten Kohl-Wahl 1983 um ein Drittel auf 28,5 Prozent bei der Wahl 1998 geschrumpft. Dadurch wurde 1998 ein Machtwechsel möglich und Gerhard Schröder Kanzler. Seit 1998 sank der Anteil der Union mit Merkels Kurs der Mitte nur noch um 13 Prozent von 28,5 auf 24,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum verlor die SPD über die Hälfte (53%) ihrer Wähler.“

Merz bei Frauen und jungen Wählern wenig beliebt

Friedrich Merz sprach bei seiner Vorstellung als Kandidat für den CDU-Vorsitz davon, dass „Frauen“ und „junge Leute“ in der CDU eine Chance haben müssten. Doch gerade von diesen beiden Gruppen erhält Merz wenig Unterstützung. Könnten die Bundesbürger ihren Kanzler direkt wählen, würden sich im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer bei der Alternative Merz-Nahles nur jeweils 33 Prozent der Frauen und der 18- bis 29-Jährigen für Merz entscheiden. Und bei der Alternative Merz-Scholz würden Merz sogar nur 26 Prozent der Frauen und 15 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wählen. Merkel hingegen würden bei der Alternative Nahles 49 Prozent der Frauen und 44 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, und bei der Alternative Merkel-Scholz 43 Prozent der Frauen und 47 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bevorzugen. Ähnlich große Unterstützung wie Merkel hätte Merz nur bei den über 60-Jährigen. Zudem ist sein Rückhalt bei den CDU-Anhängern mit 56 Pro-zent (Alternative Nahles) bzw. 48 Prozent (Alternative Scholz) deutlich geringer als der von Merkel mit 78 bzw. 72 Prozent.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Übersehen wird zudem, dass Merz auch in seiner Zeit als aktiver Politiker nicht sonderlich populär war. Im Jahr 2000 hielten ihn im damaligen RTL/n-tv-Trendbarometer nur 4 Prozent der Deutschen für geeignet, den Vorsitz der CDU zu übernehmen. 2002 trauten ihm nur 4, 2005 nur 7 Prozent eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur zu. Und bei einem Politiker-Ranking 2002 landete Merz auf dem vorletzten Platz – hinter ihm rangierte nur noch der damals unbeliebteste Politiker Jürgen Möllemann.“

Grüne: 24 Prozent – SPD: 13 Prozent

Die Unionsparteien profitieren davon, dass die CDU in Hessen trotz starker Verluste weiterregieren kann – es geht gegenüber der Vorwoche sogar um einen Prozentpunkt aufwärts. Die SPD würde derzeit nur noch von 13 Prozent der Wahlberechtigten gewählt (-1 Prozentpunkt). Auch Linke und AfD verlieren je einen Prozentpunkt, Gewinner der Woche sind abermals die Grünen (+3 Prozentpunkte), die jetzt 11 Prozentpunkte vor der SPD liegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: CDU/CSU 27 Prozent (Bundestagswahl 32,9%), SPD 13 Prozent (20,5%), FDP 9 Prozent (10,7%), Grüne 24 Prozent (8,9%), Linke 9 Prozent (9,2%), AfD 13 Prozent (12,6%). 5 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). 24 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8%).

 

Die Daten zur Parteien- und Kanzlerpräferenz wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa vom 29. 10. – 2. 11. 2018 im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 2.502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Die Meinungen zum politischen Kurs der CDU wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 31. 10. – 2. 11. 2018 erfragt. Datenbasis: 1.506 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

 

Quelle: RTL/n-tv-Trendbarometer