Wirtschaft: Widerstand gegen tausende zweifelhafte Kündigung von Sparkassenverträgen!

Widerstand

 

Nach Informationen des Verbrauchermagazins SUPER.MARKT sind im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland tausende Sparkassenkunden von zweifelhaften Kündigungen betroffen.

Die Sparkasse im Landkreis Märkisch-Oderland hat begonnen, spezielle Sparverträge aus dem Jahr 2002 zu kündigen. Hier erhielten Sparer nach einer Laufzeit von 15 Jahren die maximale Prämienausschüttung von 50 Prozent des im Jahr eingezahlten Betrages.

Die Verbraucherzentrale und Anwälte raten, sich dagegen zu wehren. Rechtsanwalt Thomas Storch, der bereits 50 betroffene Kunden vertritt und für sie gerichtliche Schritte einleitet, ist optimistisch, dass die Sparkasse die Kündigungen zurücknehmen muss, vor allem jene Verträge mit einer festen Laufzeit. Gegenüber dem rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ erklärt er: „Wenn man einen zeitlich befristeten Prämien-Sparvertrag auf 30 Jahre befristet, dann darf der nicht nach 15 Jahren gekündigt werden, dann fehlt der Kündigungsgrund. Noch krasser ist es bei Laufzeiten von hundert Jahren. Das waren Verträge zur Altersvorsorge, die sollten auch übertragen werden, die sollten vererbt werden.“

Uwe Schumacher hingegen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Märkisch-Oderland, rechtfertigt dem „SUPER.MARKT“ gegenüber die Kündigungen mit der andauernden Niedrigzinsphase.

Auch die Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt, gegen die Kündigungen Widerspruch einzulegen. Experte Erk Schaarschmidt zum rbb: „Wir halten das Vorgehen für rechtswidrig, denn die Sparverträge wurden teilweise mit Altersvorsorge beworben, mit Langfristigkeit. Wir meinen, dass 15 Jahre keine ausreichende Langfristigkeit sind, um für die Altersvorsorge anzusparen. Deshalb empfehlen wir den Widerspruch.“

Nach einer Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg ist die Sparkasse Märkisch-Oderland die erste im Land Brandenburg, die derartige Sparverträge kündigt. Die anderen Sparkassen im Land haben signalisiert, an den für sie unrentablen Sparverträgen festzuhalten. Allerdings haben bei einer Befragung der Niederlassungen zwei nicht auf die Anfragen reagiert.

 

Rundfunk Berlin- Brandenburg