Polarwirbel wackelt: Kommt der erste Schnee?

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Mütze raus? Hoch über der Arktis könnte sich laut BILD gerade etwas tun, das auch für unser Wetter wichtig werden kann: Der Polarwirbel droht demnach ins Wanken zu geraten. Ob und wann das bei uns zu Schnee führt, ist allerdings völlig offen – selbst die Experten mahnen zur Vorsicht.

Was ist der Polarwirbel?

Diplom-Meteorologe Dominik Jung (wetter.net) erklärt gegenüber BILD: Der Polarwirbel ist ein großes Tiefdrucksystem in der Stratosphäre, etwa 15 bis 50 Kilometer über der Arktis. Ist er stark und rund, hält er die Kaltluft am Nordpol fest – bei uns setzt sich dann meist mildes, wechselhaftes Westwetter durch. Wird der Wirbel dagegen gestört oder geschwächt, kann arktische Luft nach Süden ausbrechen, so Jung.

Erste Flocken – aber eher im Bergland

Für die nächsten Tage erwartet Jung laut BILD zunächst wechselhaftes Wetter. Hinter durchziehenden Fronten könne immer wieder kalte Luft nach Süden vorstoßen. Dann seien in den Mittelgebirgen ab etwa 600 bis 800 Metern die ersten Flocken möglich, in den Alpen auch deutlich tiefer. Im Flachland müsse man sich noch gedulden; allenfalls bei stärkeren Schauern könnten sich nasse Flocken unter den Regen mischen.

Kein „Kälte-Lieferservice“

Wichtig für die Einordnung: Eine Störung in der Stratosphäre bedeutet nicht automatisch Schnee in Deutschland. Bis sich solche Veränderungen auf das Wetter am Boden auswirken, können laut Jung zwei bis vier Wochen vergehen – manchmal passiert bei uns auch gar nichts. Wohin die Polarluft zieht, sei völlig offen; treffen könne sie etwa auch Osteuropa, Russland, Skandinavien oder Nordamerika. Jungs Fazit gegenüber BILD: Ein geschwächter Polarwirbel sei eher ein „Chaosstifter als ein Kälte-Lieferservice“.

Das sagt der Deutsche Wetterdienst

Ein Blick auf die offizielle Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD, Stand Sonntag, 1. November, 5 Uhr) zeigt: Hoher Luftdruck und „alternde Polarluft“ bestimmen derzeit das Wetter in weiten Teilen Deutschlands. Am Sonntag ist es häufig bedeckt, die Höchstwerte liegen laut DWD bei 6 bis 13 Grad. Schnee gibt es demnach vorerst nur an den Alpen: Dort sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 1000 Meter, darüber sind 1 bis 5 Zentimeter Neuschnee möglich, in höheren Staulagen der östlichen Alpen 10 bis 15 Zentimeter.

In den Nächten droht laut DWD vor allem in der Südhälfte leichter Frost bis minus 3 Grad, dazu teils dichter Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Auch für die folgenden Tage bis Mittwoch rechnet der DWD mit vielen Wolken, Höchstwerten meist zwischen 4 und 12 Grad und Nachtfrost in manchen Regionen – von Schnee im Flachland ist in der Vorhersage keine Rede.

Stürmische Nordsee

Am mildesten ist es laut BILD unter Berufung auf den DWD an der Küste, etwa auf Helgoland mit bis zu 13 Grad – wegen der noch warmen Nordseeluft. Erste Herbststürme hätten in der Nordsee laut BILD bereits bis zu 14 Meter hohe Wellen aufgetürmt, vor Sylt seien es bis zu zehn Meter gewesen.

Kommentar: Polarwirbel klingt nach Katastrophenfilm, bedeutet laut den Experten aber vor allem eins: Abwarten. Wer jetzt schon den Schlitten aus dem Keller holt, sollte ihn für das Flachland vorerst noch nicht einplanen.

Hinweis: Wettervorhersagen – besonders über mehrere Wochen – sind mit Unsicherheiten behaftet.

Quellen: BILD – „Polarwirbel droht jetzt einzubrechen“, Deutscher Wetterdienst – Wetter- und Warnlage für Deutschland (01.11.2026, 05:00 Uhr)

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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