Bauzäune und Müllcontainer vor den Türen: Aktivisten haben am frühen Montagmorgen (2. November) Eingänge der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg blockiert. Die Polizei bestätigte die Demonstration, nannte zunächst aber keine Details. BILD berichtet von einem Großeinsatz und lauten Parolen gegen die Polizei.
Was gesichert ist
Mehrere junge Demonstranten stellten Bauzäune und Müllcontainer vor die Eingänge des Fakultätsgebäudes, das beobachtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Darüber berichten unter anderem NDR, MOPO, t-online und die Süddeutsche Zeitung. Auf englischsprachigen Transparenten forderten die Demonstranten laut dpa die Befreiung aller unterdrückten Menschen und riefen zu Boykott und Widerstand auf. Die Polizei bestätigte die Demonstration am Morgen, ohne zunächst weitere Details zu nennen.
Zu den Motiven sagte eine vermummte Aktivistin der dpa, man blockiere die Fakultät unter anderem, weil inzwischen „jeder dritte Euro in die Kriegsindustrie“ fließe statt in die Bildung. Man solidarisiere sich mit Streikenden in ganz Europa. Diese Zahl ist eine Behauptung der Aktivistin; belegt wurde sie nicht.
Was nur BILD berichtet
Laut BILD beteiligten sich rund 50 Personen, „zumeist vermummt“. Sie sollen „Bullenschweine, Bullenschweine“, „Mörder“ und „Lügner“ gerufen und „Free Palestine“ gefordert haben; BILD zufolge waren auch Palästina-Flaggen zu sehen. Eine Kette aus Bereitschaftspolizisten habe die Gruppe umstellt, damit sich niemand weiteres anschließen könne. Laut BILD waren etwa 20 Einsatzwagen und die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) vor Ort, einzelne Demonstranten hätten Widerstand geleistet. Nach BILD-Informationen war die Versammlung zunächst nicht angemeldet, die Anmeldung sei inzwischen nachgeholt worden. Zuvor sei in sozialen Medien zu der Aktion aufgerufen worden.
Diese Angaben – Teilnehmerzahl, Parolen, Umfang des Einsatzes, Widerstand und Anmeldung – haben wir bislang in keiner weiteren Quelle bestätigt gefunden. Ob es Festnahmen oder Anzeigen gab, ist nicht bekannt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. BILD erwähnt zudem, dass sich in weniger als 200 Metern Entfernung die Talmud-Tora-Schule befindet, in der heute unter anderem die Joseph-Carlebach-Schule der Jüdischen Gemeinde untergebracht ist. Hinweise, dass sich die Aktion gegen die Schule richtete, nennt BILD nicht.
Zusammenhang mit den Gen-Z-Protesten?
Wer hinter der Blockade steckt, ist offen. Ob sie mit der Initiative „Gen Z regelt“ oder den Krawallen vom Wochenende zusammenhängt, ist laut NDR und BILD nicht bekannt. Zum Hintergrund der Proteste vom Samstag: Gen-Z-Protesttag: Kommen die Frankreich-Krawalle zu uns? Eine Stellungnahme der Universität Hamburg lag uns bei Redaktionsschluss nicht vor.
Kommentar
Protest gegen Rüstungsausgaben ist legitim – Mülltonnen vor den Hörsaaltüren treffen allerdings vor allem die Studierenden, die an diesem Montag schlicht in ihre Vorlesung wollten.
Stand: Montag, 2. November 2026, ca. 9:45 Uhr. Die Lage kann sich ändern.
Quellen
- Quelle: BILD: Sie brüllen „Bullenschweine“ und „Free Palastine“: Chaoten blockieren Hamburger Uni
- NDR: Demonstranten blockieren Zugänge der Universität Hamburg
- MOPO (dpa): Bauzäune und Mülltonnen: Aktivisten blockieren Uni-Zugänge in Hamburg
- t-online (dpa): Demonstranten blockieren am Montagmorgen Uni-Gebäude
- Süddeutsche Zeitung (dpa): Demonstranten blockieren Uni-Eingänge in Hamburg
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