Zwei Jahre lang wanderte jede leere Dose in die Familienkasse: Ein Vater aus den Niederlanden hat nach eigenen Angaben rund 10.600 Pfanddosen und -flaschen zurückgegeben und mit dem Geld einen Großteil einer Reise ins Disneyland Paris finanziert. Ganz gereicht hat es allerdings nicht.
Wie die Idee entstand
Zuerst berichtete die niederländische Zeitung „Algemeen Dagblad“ (AD) am 22. Oktober über den Familienvater. Vor rund zwei Jahren habe er begonnen, leere Dosen zu sammeln, und alle hätten ihn „für verrückt erklärt“, sagte er dem AD. Viele Menschen ließen eine Dose mit 15 Cent Pfand einfach liegen – er nicht. Gegenüber BILD erzählte er, er habe seiner Frau vor fast zwei Jahren gesagt, das Pfandgeld nicht mehr beim Einkaufen zu verrechnen, sondern in ein Sparschwein zu stecken.
Gesammelt hat er laut AD nicht nur das eigene Leergut: Liegt eine Dose oder Flasche auf der Straße, nimmt er sie mit, in Mülleimern sucht er aber nicht. Auch Kollegen und Freunde hätten mitgeholfen. „Das ist buchstäblich Geld, das auf der Straße liegt“, zitiert ihn BILD.
10.600 Dosen, rund 1600 Euro
Am Ende kamen laut AD etwa 10.600 Dosen und Flaschen zusammen, die rund 1600 Euro einbrachten. Genau gezählt hat der Vater nach eigenen Worten nicht: „Das kann gut stimmen“, sagte er dem AD, er habe das Leergut einmal im Monat abgegeben. Die Größenordnung ist plausibel: Bei 15 Cent pro Dose ergäben 10.600 Stück knapp 1600 Euro.
Im Oktober reiste die Familie mit den beiden Kindern ins Disneyland Paris – laut BILD für drei Tage. Weil auch der Freizeitpark in der Zwischenzeit teurer geworden sei, habe die Familie etwas draufzahlen müssen, sagte der Vater dem AD; laut BILD galt das auch für Verpflegung, Benzin und Nebenkosten. Seine Lehre: Inflation beim nächsten Mal einplanen.
Spar-Trick statt Geldnot
Wichtig zur Einordnung: BILD stellt die Geschichte in den Zusammenhang steigender Preise. Laut AD steht der Vater finanziell aber „prima“ da – es ging ihm also offenbar nicht um Geldnot, sondern um ein Sparziel. „Es waren schöne Tage und wir haben wieder eine schöne Erinnerung gemacht“, sagte er dem AD. Aufhören will er nicht: Ob es wieder ins Disneyland geht oder anderswohin, sei offen – laut BILD peilt er in zwei bis drei Jahren erneut Paris an.
Kommentar: Wer bislang dachte, Pfand sei Kleingeld, sollte vielleicht einmal nachzählen.
Quellen: Algemeen Dagblad (AD), BILD, AS.com
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