Dresden – Sirenen, Absperrgitter und ein massives Polizeiaufgebot prägen das Bild der Innenstadt. Während eigentlich der Opfer der verheerenden Bombardierung gedacht werden soll, versuchen erneut Rechtsextremisten, den Jahrestag für ihre Zwecke zu nutzen. Gleichzeitig formiert sich lautstarker Gegenprotest aus einem breiten Bündnis gesellschaftlicher Gruppen. Beamte stehen an nahezu jeder Straßenecke, trennen Lager voneinander und sichern die Versammlungen mit großem Aufwand ab. Wasserwerfer, Einsatzfahrzeuge und Reiterstaffeln sorgen dafür, dass die Lage nicht weiter eskaliert.
Die Stadt wirkt an diesem Tag wie abgeriegelt. Straßen sind gesperrt, Busse und Bahnen fahren nur eingeschränkt, viele Bürger meiden das Zentrum ganz. Demonstrationszüge bewegen sich auf verschiedenen Routen, während Gegendemonstranten versuchen, Blockaden zu errichten und Aufmärsche zu verhindern. Immer wieder muss die Polizei eingreifen, Teilnehmer zurückdrängen oder Sitzblockaden auflösen. Teilweise kommt es zu angespannten Szenen, bei denen Einsatzkräfte auch zu Pfefferspray greifen, um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern.
Der Hintergrund dieses jährlich wiederkehrenden Konflikts liegt in der Geschichte selbst. Die Luftangriffe auf Dresden legten die Stadt einst in Trümmer und forderten unzählige Opfer. Historiker und Politiker mahnen deshalb zu einem würdevollen Gedenken, das die Ereignisse im Kontext der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft einordnet. Viele Dresdner setzen ein Zeichen für Erinnerung ohne Instrumentalisierung und bilden traditionell eine Menschenkette durch die Stadt – als stillen Gegenpol zu den lauten politischen Auseinandersetzungen dieses Tages.
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