Washington – Ein tödlicher Einsatz, von dem lange kaum jemand wusste, sorgt jetzt für Entsetzen und neue Fragen an die US-Behörden. Ein junger Mann kam bereits im vergangenen Frühjahr bei einem Zugriff von Beamten der Einwanderungsbehörde ums Leben, doch erst jetzt wurde der Fall durch veröffentlichte Unterlagen öffentlich. Der dreiundzwanzigjährige Ruben Ray Martinez starb nach einem Vorfall auf der Insel South Padre in Texas, nachdem eine Verkehrskontrolle eskaliert war. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Unfall mit anschließender Verkehrsregelung begann, endete in einem dramatischen Schusswaffeneinsatz.
Nach Darstellung der Behörden sollen Einsatzkräfte Martinez aufgefordert haben, sein Fahrzeug zu verlassen. Dann habe er plötzlich beschleunigt und sei auf einen Beamten zugefahren, der dabei auf dem Fahrzeugdach gelandet sei. Ein weiterer Agent habe daraufhin geschossen. Martinez wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb. Das Heimatschutzministerium wertet die Schüsse als Selbstverteidigung. Doch warum der tödliche Ausgang des Einsatzes so lange kaum öffentlich thematisiert wurde, bleibt unbeantwortet und lässt Kritiker aufhorchen.
Anwälte der Familie widersprechen der offiziellen Darstellung und sprechen von offenen Fragen, die dringend geklärt werden müssten. Augenzeugenberichte passten nach ihrer Darstellung nicht vollständig zu den Angaben der Behörden. Zudem wird hinterfragt, weshalb Bundesbeamte überhaupt an der Unfallstelle tätig waren und ob der Einsatz vermeidbar gewesen wäre. Der Fall steht im Zusammenhang mit weiteren tödlichen Vorfällen unter Beteiligung von Sicherheitsbehörden des Heimatschutzministeriums, die in den Vereinigten Staaten eine neue Debatte über Vorgehen, Transparenz und Kontrolle staatlicher Gewalt ausgelöst haben.
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