Sachsen-Anhalt: Sanierungsstau in Schwimmbädern!

Vor Beginn der Badesaison im Mai stecken die Schwimmbäder Sachsen-Anhalts im Sanierungsstau. Nach einer aktuellen Erhebung des Innenministeriums hat sich ein bestehender Rückstand kaum verringert. Über 148 Millionen Euro Sanierungsbedarf hatten Städte und Gemeinden 2022 angemeldet. Doch von über 100 Bädern haben jetzt nur 13 angeben, dass seitdem Bauarbeiten laufen, abgeschlossen oder geplant sind. Nicht alle Befragten hatten an der Abfrage teilgenommen, der Bedarf dürfte also deutlich höher sein.

„Die Kommunen haben teils große Probleme, die Sanierungen der Schwimmbäder finanziell zu stemmen“, sagt Sylvia Laumann, Sachgebietsleiterin beim Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt, der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Donnerstagsausgabe). Die Bäder seien aber wichtig zur Abdeckung des Schwimmunterrichts und für die Attraktivität der Städte. Die Linksfraktion im Landtag fordert einen Rettungsfonds. „Die Bäder laufen auf Verschleiß. Was teilweise zu DDR-Zeiten gebaut wurde, wird nun aufgezehrt“, sagt Kristin Heiß, finanzpolitische Sprecherin der Fraktion. „Die Kommunen schaffen es ganz offensichtlich aus eigener Kraft nicht, die Schwimmbäder zu sanieren und zu modernisieren.“

Von einer „akuten Problemlage“ spricht DLRG-Landesgeschäftsführer Holger Friedrich. In den vergangenen 20 Jahren seien etwa 50 Freibäder und Schwimmhallen geschlossen worden, immer mehr seien marode. „Weniger Schwimmbäder heißt weniger Kinder, die schwimmen lernen. Im Burgenlandkreis haben wir nur noch eine Einrichtung dafür“, so Friedrich.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion verweist die Landesregierung dagegen auf mehrere Förderprogramme für Schwimmbäder, bei denen Bund, Land oder EU kofinanzieren. Wie der Sanierungsstau abgetragen werden soll, darüber ist sich die Magdeburger Koalition aus CDU, SPD und FDP uneins. „Wir müssen die Finanzierung klären“, sagt Jörg Bernstein, FDP-Landtagsabgeordneter und Mitglied im Finanzausschuss, auf MZ-Anfrage. „Wir werden für den Doppelhaushalt 2025/2026 eine praktikable Lösung finden.“

Mitteldeutsche Zeitung